Ich geb’s auf

Was? Nein, nicht das Führen eines Weblogs. Nicht, an das Gute im Menschen zu glauben (obwohl…). Nein, ich gebe es auf mit meiner einsamen Kampagne für gesicherte E-Mail. Es wäre zwar übertrieben, zu behaupten, dass das Thema keine Sau interessiert – immerhin gucken regelmäßig vereinzelte Säue auf meine Tabelle der sicheren Mailanbieter, auf die deshalb hier noch ein letztes Ma(i)l verlinkt sein soll. Aber im wirklichen Leben sind – mit einer einzigen Ausnahme! – die verschlüsselten Mails, die ich so austausche, des Inhalts, dass es klappt mit der Verschlüsselung, hurra! Alle anderen Nachrichten kommen unverschlüsselt.

Und beim kürzlichen Ausmisten meines Adressbuches habe ich festgestellt, dass die allermeisten meiner Kontakte eben nicht bei den in der o.a. Liste verlinkten Anbietern mailen lässt, sondern bei den großen Anbietern – die Mehrheit dieser User bei GMail, GMX, Yahoo! und AOL (Leute kenn‘ ich…).

Die Entwicklung hat einen anderen Weg genommen. Mail-Verschlüsselung war und ist zwar sicher, aber umständlich wie der Erwerb einer Bahnfahrkarte im Internet. Viel einfacher sind die sicheren unter den Messengern, also Signal (Android, iOS), Threema (Android, iOS) und auch WhatsApp. Alle bieten End-to-End-Verschlüsselung, wenn auch weniger leicht überprüfbar als die Kombi Mail/PGP, alle sind von Kryptofachleuten geprüft, und sie bieten inzwischen auch die Möglichkeit für verschlüsselte „Telefon“-Gespräche und die Option, Anhänge verschlüsselt zu übertragen. Sie sind nach dem Stand der Dinge die sicheren Kommunikationswege der Gegenwart, nicht die gute olle E-Mail. Ich habe verstanden.

4 Gedanken zu „Ich geb’s auf“

  1. Ach nicht doch so deprimiert, bitte. Und danke für Deinen Eifer.
    Tatsächlich hab ich schon des Öfteren mit Posteo geliebäugelt, unter anderem aus heimatlichen und ökologischen Gründen aber ich muss sagen, dass mich Gmail (ja ich gestehe) sehr für die Abkehr von Mailordnern, hin zur intensiven Verwendung von Tags eingenommen hat. Das möchte ich nicht mehr missen und ich hab noch keinen anderen Anbieter entdeckt, der das so beherrscht… Oder ich war blöd.

    Never give up!

    • Verstehe ich so gut. Weil GMail eben doch mehr Ressourcen hat, um Usability, (angenommene) Workflows etc. feinzuschleifen. Posteo (um nur ein Beispiel zu nennen) hat dagegen die „aufrechte“ Gesinnung und die Open-Source-Oberfläche, mit der man – auch – arbeiten kann. Wenn aber alle Mail, die Du von Deinem Posteo-Account verschickst, in Mailboxen bei GMail, AOL & Co. enden, dann kann man es auch lassen.

  2. O. k. Ich glaube auch, dass man das so sehen muss.

    Aber schau dir mal genau den Roll out bei WhatsApp an. Heimlich, still und leise ohne „Belästigung“ der Benutzerinnen und Benutzer ein so großes Rad drehen, da stecken schon etliche Stunden Arbeit drin.

    Und den Druck haben die KryptoPartys erzeugt, unser aller Einzeleinweisungen, unsere Predigten und so weiter. So gesehen war’s doch erfolgreich.

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