Ich bin kein GMail-Doktor

Post an den richtigen Empfänger (Symbolbild)

Post an den richtigen Empfänger (muss dringend meine Symbolbild-Sammlung erweitern)

Seit mehr als zwölf Jahren habe ich eine GMail-Adresse. Und auch wenn ich sie nur noch selten zum aktiven Mailen benutze, bleibt sie doch meine. Schließlich habe ich unter dieser Adresse viele Android-Apps und sogar ein paar eBooks gekauft, die ich nicht einfach in den Wind schießen will.

Die Adresse verrät nicht viel über meine Kreativität (oder nur soviel, dass ich selbige bei der Adressen-Auswahl nicht sonderlich angestrengt habe). konstantinklein bei Gmail – das ist es schon. Und dank einer Eigenheit von GMail führt auch jede Adresse zu meiner Inbox, in der in dem String konstantinklein irgendwo ein Punkt vorkommt (zum Beispiel zwischen konstantin und klein).

Der Plural von Konstantin Klein?

Nun gibt es mehr als einen Konstantin Klein. Und es gibt Menschen, die meinen, “ihren” Konstantin Klein damit zu erreichen, dass sie ins Adressfeld ihrer Mail den Vornamen, einen Punkt, den Nachnamen und @gmail.com schreiben. Warum diese Menschen das tun, weiß ich nicht – es kann doch schließlich nicht sein, dass einer dieser anderen Konstantin Kleinse (oder wie der Plural von mir auch lauten mag) selbst glaubt, das sei seine Mailadresse – wo es doch, dank der GMail-Eigenheit mit dem Punkt, in Wahrheit meine ist.

Auf diese Art bekomme ich viele unerwartete Aufforderungen, “meine” Mailadresse zu bestätigen (bisher: Instagram, diverse Online-Spielchen, das WLAN einer Wiener Burgerbraterei etc.). Ich bekomme aber auch durchaus ernsthafte Nachrichten, die erkennbar nicht für mich bestimmt sind, sondern für den (oder die) Anderen.

Mail für den Aufsichtsratsvorsitzenden

Darunter waren schon

  • eine Einladung zu einer Hochzeit in Kanada (wäre gerne geflogen, aber ich kenne diese Leute doch gar nicht)
  • eine Mail mit reichlich vertraulichen Infos über einen bevorstehenden Hauskauf (Frage: Trauen Sie einem Notar, der nicht mal die Mailadresse seines Klienten korrekt auf die Reihe bringt?)
  • diverse Nachrichten des Vaters von Konstantin Klein an seinen Sohnemann (mein Vater ist ja leider schon seit 1983 tot und hat deshalb in seinem Leben nie eine Mail verschickt)
  • zu zwei verschiedenen Gelegenheiten die Bitte einer Wiener Druckerei um die Druckfreigabe für das Briefpapier von Dr. (!) Konstantin Klein, Aufsichtsratsvorsitzender der Dingsbums AG

Ich verstehe es nicht. Verteilt da einer mit meinem Namen, womöglich mit einem Doktortitel und einem Aufsichtsratsposten, tatsächlich die Adresse, die eigentlich meine ist? Und erwartet er jetzt ernsthaft Antworten in seiner Mailbox, wo immer sie auch sein mag, und welchen Namen sie auch trägt?

Oder hat einer oder mehrere dieser Konstantin Kleine GMail irgendwann nach 2005 entdeckt, festgestellt, dass konstantinklein als Benutzername leider schon vergeben ist, und sich eben konstantin-klein gesichert – was aus Googlesicht, anders als der Name mit Punkt, tatsächlich ein anderer Benutzername ist? Und von der Druckerei bis zum Notar tippen jetzt alle versehentlich einen Punkt statt eines Striches?

Ich verstehe es nicht. Aber schließlich habe ich die GMail-Adresse konstantin.klein (mit Punkt) nie genutzt. Es weiß oder glaubt also auch niemand, dass Mail an diese Adresse bei mir landet. Also habe ich jetzt einen Mailfilter für Mail mit dieser Empfängeradresse eingerichtet. Plonk!

A Ruah is’!

9 Kommentare

  1. Geht mir sehr ähnlich. Es gibt einen Jens Scholz in Weiden, von dessen Einkäufen ich ständig Bestellbestätigungen bekommen habe. Nachdem ich bemerkt habe, dass das nicht aufhört (und ich ja nicht die richtige Mailadresse hatte, um ihm mal Bescheid zu geben), habe ich angefangen, die Bestellungen zu stornieren: Ein Sky-Abo, Zalando-Klamotten für Frau oder Freundin (hoffe ich jedenfalls, es war Lingerie), ein Unitymedia-Vertrag und so weiter. Das hat tatsächlich geholfen, weil das dann relativ schnell aufhörte.
    Ein anderer Fall ist hartnäckiger. Irgendein Dr. Jens Scholz hat sich mit meiner Mailadresse bei nem Karriereportal angemeldet und ich bekam ständig tolle Jobvorschläge. Das hab ich dadurch beendet, dass ich mir den Passwort-ändern-Link habe schicken lassen und alle Mails abbestellt habe. Seitdem ist da auch Ruhe.

  2. Konstantin Klein 19. Juni 2017 um 15:43

    Das ist ja drollig – beim Selbstgooglen (naja), auf diesen Blog gekommen. Ich bin von dieser Konstantin-Klein-Pluralität bislang nicht betroffen, kann aber immerhin mit Stolz und Freude konstatieren, dass niemand meiner Bekannten (und damit, indirekt, auch ich nicht) für die o.g. Klein-Fehlleistungen verantwortlich zeichnet. Trotz Dr. habe ich auch noch nie Briefpapier bestellt, schon gar nicht in Wien, aber ich arbeite ja auch schließlich nicht bei der Dingsbums AG. Herzliche Grüße, von Klein zu Klein.