HoT MaiL?

Fragen gibt es, die kommen immer wieder hoch. Erst vor dreieinhalb Monaten kam ich erneut zu dem Schluss, das HTML-formatierte Mail böse sei – eine Ansicht, für die es im Netz an mehr als einer Stelle gute Argumente gibt. Umso mehr wundert mich, dass Apple Corp., der Lieferant meines häuslichen Rechnerparks, schon heute Werbung für demnächst noch viel buntere E-Mail macht – aber das ist ja auch der Laden, der neben einem ziemlich guten Betriebssystem auch Telefone anbietet, die nahezu zuverlässig an die Provider gekettet sind, die im jeweiligen Markt am wenigsten sexy sind.

Aber das gehört nicht hierher.

Hierher gehört vielmehr, dass ich schon wieder, nach etwa dreieinhalb Monaten, ins Grübeln komme, was den Nutzen und Schaden von HTML-Mail angeht. Nicht nur, dass anständige Mail-Clients ihre Benutzer inzwischen vor den gröbsten Schweinereien schützen, die in HTML-Mail versteckt sein können; nicht nur, dass HTML-Mail bei (journalistischen) Newslettern sowas wie Mehrwert bieten; nicht nur, dass Apple-Mail… aber das hatten wir schon. Nein, jetzt sitze ich (seit einer Woche) im Büro hinter einer neuen („neu“ im Sinne von „hatten wir bisher nicht“, nicht von „aktuell“) E-Mail-Umgebung, die hausintern grundsätzlich formatierte Mail verschickt und die Einstellungen für externe Mail („Reiner Text“, verdammt nochmal!) in regelmäßigen Abständen selbständig auf „HTML und reiner Text“ zurückstellt.

Nun habe ich im Büro eine prima Entschuldigung: Ich habe mich nicht für Lotus Notes entschieden und muss dessen Eigenheiten deshalb nicht verantworten. Also verschicke ich im Namen meines Auftraggebers munter HTML-Mail, und nur wohlmeinende Mitmenschen werden im Quelltext nachgucken und sehen, warum ich das wohl mache.

Und trotzdem nagt er an mir, der Zweifel: Ist HTML-Mail wirklich böse?

Antworten bitte ins Kommentarfeld oder an jede Polizeidienststelle.

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