Horx, zwo, drei, vier

Warum nur, warum? Warum bin ich nicht „Zukunftsforscher“ geworden? Warum kann ich nicht DM 398.00 (incl. 7 % MWSt.) für schlappe 79 Seiten über die Zukunft des Internet verlangen – und auch noch kassieren?

Wahrscheinlich, weil Zukunftsforschung zu meinen Studienzeiten noch Futurologie hiess, eine einigermassen ernstzunehmende Wissenschaft war und – was mich vor allem abgeschreckt haben dürfte – eine Menge mit Statistik zu tun hatte (Mein „Statistik II“-Schein zählt immer noch zu den dunklen Kapiteln der Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München).

Inzwischen gehört Zukunftsforschung vor allem Matthias Horx und seinem Zukunftsinstitut – jedenfalls, wenn man dem Institut selbst und der coverage glaubt, die unwissende Medienvertreter dem Institut angedeihen lassen. Weshalb mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass in bundesdeutschen Medien eine Reihe von Artikeln erscheinen werden, in denen der baldige Tod des Internet As We Know It vorhergesagt wird.

Ich will ja nicht ungerecht sein. Schliesslich habe ich die Studie (kein direkter Link – Herr Horx ist ein Fan der Frame-Technik) nicht in der vollen Schönheit ihrer 79 Seiten gelesen – DM 398.00? You’ve got to be kidding! Was davon jedoch auf Horxens Website gehorxt wird, horxt mich höchstens zum Horxen. Und erinnert mich ein wenig an die Bestandsaufnahme, die eine Studienkollegin back in ’79 über die gesamte Kommunikationsforschung der damaligen Zeit gezogen hat:

1. Es ist schon viel geforscht worden.
2. Wir wissen eigentlich gar nichts.
3. Es muss deshalb noch viel geforscht werden.

Und natürlich ist das Zukunftsinstitut genau der richtige Platz dafür. Gebt ihm Euer Geld. Jetzt.

Oder gebt es mir. Für DM 398.00 mach‘ ich Euch auch den Horx.