Here we go again

Berlin, 31. August 2014, abends. Unbemerkt von der Welt, geht mein Jahresurlaub zu Ende. Er war nicht so lange wie die Pause seit dem letzten Eintrag auf diesen Seiten, aber lange genug, um sicherzustellen, dass ich morgen den Vormittag überwiegend damit verbringen werde, eine voraussichtlich vierstellige Anzahl von Mails zu scannen und eine hoffentlich nur zweistellige Anzahl von Mails wirklich lesen und beantworten zu müssen.

Der Urlaub war lange genug, um aus dem beruflichen Stress in die Ruhe zu gleiten. Ich war diszipliniert genug, um nicht einmal in meine Dienstmail zu gucken; wenn wirklich die Hütte gebrannt hätte, hatten meine Kolleginnen und Kollegen die Erlaubnis, mich anzurufen. Die Hütte hat offensichtlich nicht gebrannt, es hat niemand angerufen.

Aber auch sonst habe ich mich auf Entzug begeben, ohne ihn als solchen zu erkennen. Mein Facebook-Account ruht schon länger, aber nach den ersten Urlaubstagen merkte ich, dass ich auch nicht mehr meine Twitter-Timeline las, geschweige denn fütterte, keine Instagramme postete, nur noch einmal pro Tag meine Feeds durch las, oder auch gar nicht; ich guckte die Tagesschau nicht (immer) und bekam trotzdem kein schlechtes Gewissen.

Stattdessen lernte ich das Spazierengehen wieder. Ich bin kein Langstreckenläufer und werde auch sicher keiner mehr werden, aber rausgehen, Leute und/oder Gegend gucken und so die Zeit verbringen ist, was ich in diesem Urlaub gelernt habe.

Ach ja, amüsiert habe ich mich über die vielen vergeblichen Versuche eines Unbekannten, sich mit falschen Passwörtern und/oder falschen Usernamen in diese WordPress-Installation einzuloggen. Es mag ja sein, dass ich Urlaub hatte – die diversen Schutz-Plugins und weitere Vorsichtsmaßnahmen hatten keinen.

Morgen, 9:00 (plusminus) sitze ich wieder am Schreibtisch. Mal sehen, wie lange es dauert, bis mich der Alltag einholt.

2 Gedanken zu „Here we go again“

  1. Habe ich doch einen Bericht erwartet à la denjenigen mit: „Das Mittelmeer ist was für die Warmduscher Lebenskünstler unter uns, die Nordsee eher etwas für den inneren Einzelkämpfer mit fest eingebautem Muschel-Öffnungsmesser.“ War (noch) nichts dergleichen. Dennoch guten Start!

    • Warmduscher myself, habe ich doch das Mittelmeer diesmal gar nicht gesehen, noch die Ostsee. Wie soll ich denn dann Feststellungen dazu treffen?

      (Über Spree und Havel könnte ich was sagen, aber überraschend wäre es nicht.)

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