Herbstkur, teardrop edition

Er musste ja kommen, der Moment, an dem die Herbstkur („10 Tage, 10 geschlossene Accounts“) anfängt, weh zu tun. Jetzt ist dieser Moment da, denn heute verabschiede ich mich von meinem identi.ca-Account.

Obwohl ich diesen Account seit Monaten ungenutzt gelassen habe, ist das schade. Wir erinnern uns: identi.ca ist eine Alternative zu Twitter in mehr als einer Hinsicht: Die dahinter liegende Software StatusNet (hieß die nicht mal laconi.ca?) ist open source, kann theoretisch auf dem nutzereigenen Server laufen und trotzdem mit allen anderen StatusNet-Instanzen interagieren.

Vor allem letztere Eigenschaft sprach sehr für StatusNet als bessere Antwort auf Twitter, als letzteres mit seinem Erfolg nach dem Erreichen einer kritischen Masse nicht mehr mithalten konnte und stunden- und sogar tageweise ausstieg (siehe auch Fail Whale in der englischen Wikipedia – der deutschen war das wohl nicht relevant genug). Jeder sein eigener Twitter-Host, alle miteinander vernetzt – hach!

Sollte wohl nicht so sein. identi.ca erreichte selbst den Zustand der kritischen Masse nicht, und wenn ich heute in die Timeline reingucke, sehe ich einige Unverzagte und viele Twitter-Weiterleitungen. Da hat sich wohl das nicht-offene, zentralistische Vorbild zum Standard entwickelt.

Umso mehr ist das schade, als ich auch Diaspora als dezentrale Facebook-Variante für eine lohnenswerte Sache halte. Was ist daraus eigentlich geworden?

Wie löscht man übrigens einen identi.ca-Account? Nicht auf die eleganteste Art, wie sich herausstellt: durch eine Mail an den Admin. Und diese Mail schicke ich jetzt ab. Schnief.