Hallo Google,

…also, es gibt da bei uns in dieser lustigen Republik irgendwo in Mitteleuropa (mal „Deutschland“ googlen, dann findest du uns schon, Google!), einen älteren Herrn (69) namens Hubert Burda. Burda ist Medienunternehmer, so eine Art H0-Modell von Rupert Murdoch (im Maßstab 1:87). Und Rupert Hubert Burda geht uns hier schon seit Wochen gewaltig auf die Nerven.

Burda behauptet nämlich, und jetzt gerade wieder, dass Google eine „Killerapplikation“ sei. Das meint er nicht positiv.

Die marktbeherrschende Suchmaschine, sagt Burda, liefere „rund die Hälfte des Traffics der journalistischen Websites“ und verwalte „in Deutschland über ein Drittel der Werbeumsätze im Netz – und all das, ohne selbst in teuren Journalismus zu investieren“.

OK, Google. Wir, also diejenigen in Deutschland, die das Netz ein wenig besser verstanden zu haben glauben, versuchen Rupert Hubert Burda schon seit Wochen, vor allem in Blogeinträgen, klarzumachen, dass du, Google, Artikel aus Erzeugnissen wie denen des Rupert Hubert Burda nicht etwa klaust, sondern vor allem verlinkst, also ihm seinen Qualitätsjournalismus überhaupt erst bekannt machst und so für seinen Traffic sorgst. Außerdem erzählen wir ihm, dass er ohne weiteres eure Bots aussperren kann und so selbst dafür sorgen kann, dass du, Google, kein Geld mehr mit seinen Inhalten verdienst, wie er glaubt.

Nun, Rupert Hubert Burda will uns nicht zuhören. Wahrscheinlich, weil er dann keine so lustigen Interviews wie das oben verlinkte mehr geben kann. Vielleicht liest er auch keine Weblogs.

Wie dem auch sei, Google: könntest dann, wenn schon Rupert Hubert Burda das seine nicht tun will (nämlich eure Bots per robots.txt auszusperren), wenigstens du die Initiative ergreifen und Burdas Erzeugnisse künftig nicht mehr indizieren und verlinken?

Damit endlich Ruhe ist. Vielleicht würden dann auch andere endlich ihre von keinerlei Fachwissen beeinflußte Klappe halten.

Dankeschön. Und über Deine Datensammelei unterhalten wir uns dann ein andermal.

Update: Wie ich hier lese, hat Google schon das Wort ergriffen und auf die Möglichkeit hingewiesen, eigene Inhalte vor der bösen Datenkrake zu schützen. Also liegt es jetzt nur noch an den Burdas dieser Welt, Google News auszuhungern. Und danach sich selbst.