Google. Panne.

Das ist Futter für die Google-Kritiker im Lande: Die Tagesschau berichtet, dass Googles Street View-Autos nicht nur Bilder machen (meine Meinung dazu ist bekannt) und offene WLANs registrieren (was auch andere tun, die Navigation auf dem Smartphone anbieten), sondern dabei auch noch andere Daten aufgezeichnet haben:

Nach den Angaben des Unternehmens wurden von offenen WLAN-Funknetzwerken auch sogenannte Nutzdaten gespeichert, beispielsweise Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Webseiten. Bislang hatte Google lediglich eingeräumt, von WLAN-Stationen den Verschlüsselungsstatus der Geräte, eine eindeutige Seriennummer (MAC-Adresse) und den vom Nutzer vergebenen Namen der Funkstation (SSID) gespeichert zu haben.

Das ist – pardon my French – strunzdämlich. Nicht viel besser ist Googles Erklärung dafür:

Quite simply, it was a mistake. In 2006 an engineer working on an experimental WiFi project wrote a piece of code that sampled all categories of publicly broadcast WiFi data. A year later, when our mobile team started a project to collect basic WiFi network data like SSID information and MAC addresses using Google’s Street View cars, they included that code in their software—although the project leaders did not want, and had no intention of using, payload data.

Was im nun einsetzen werdenden Sturm aber wahrscheinlich untergehen wird: Die Rede ist von offenen WLANs, also den Dingern, die es laut BGH bald nicht mehr geben soll, und von Daten, die unverschlüsselt über solche WLANs verschickt wurden.

Oder anders: Selber schuld. Wir leben im Jahr 2010, und ein bisschen Verantwortung für die Sicherheit persönlicher Daten sollte man schon übernehmen können. Und wollen.

Update, am Morgen danach: vowe fasst die Sache so zusammen:

Wer so ein offenes WLAN betreibt, ist nicht so sehr in Gefahr, von Google „abgehört“ zu werden, sondern eher von seinem Nachbarn, der ein größeres Interesse daran haben könnte, was man so hinter seinen Gardinen treibt.