Für das Protokoll

Etwas, womit ich – von Ausnahmen der meist alkoholbeeinflussten Art abgesehen – in meinem Leben nie Schwierigkeiten hatte, war, mich zurecht zu finden. Ich wusste immer zumindest ungefähr, wo ich mich befand, wie spät es war, wo in etwa Norden war und wie ich nach Hause kommen würde. Dieser Zustand ist mir so sehr zur Gewohnheit geworden, dass er zu meinem Wohlbefinden unbedingt dazugehört.

Gestern nun hatte ich – ohne Alkohol oder sonstige externe Einflüsse – einen Augenblick von etwa fünf Minuten Dauer, an dem ich mich ums Verrecken nicht daran erinnern konnte, welchen Monat wir haben (Spoiler: Oktober), und mir auch die Namen der möglichen Kandidaten (August, September etc.) nicht einfallen wollten. Gleichzeitig war mir das Prinzip „Kalender“ klar und auch die Tatsache, dass es sowas wie „Monate“ gibt.

Das Wissen um das Prinzip „Kalender“ ließ mich dann in einem solchen nachgucken und so die Antwort auf meine Frage nach dem laufenden Monat finden.

Das hat wahrscheinlich überhaupt keine Bedeutung, und ich werde in Zukunft über den Augenblick grinsen, an dem ich nicht einmal wusste, welchen Monat wir haben. Aber fürs Protokoll schreibe ich das mal auf.