Fritz!-Box. Eventbox. Jetzt Postbox.

Durchbruch des Kästchendenkens: Neu im blauelektrischen Testlabor ist nicht nur die Eventbox, eine Kombi aus RSS-Reader, Twitter-Client, Flickr-Client und noch sowas, exklusiv für Macs. Neu ist auch seit einer Stunde Postbox, ein Mail-Client für Mac und Windows (hei, wie jetzt die Leserzahlen nach oben schießen!).

Postbox beruht auf Mozilla-Code – habe ich im Vorfeld gelesen, und einige Einstellungsdialoge sehen auch so aus. Postbox, ist also, wenn man will, ein Bruder von Thunderbird – oder eher ein Halbbruder, ein, öhm, Bastard, irgendwas illegitimes. Denn die Website und das About-Fenster sagen nichts über die Herkunft aus Open Source Land, und die Lizenz, unter der Postbox veröffentlicht wird, ist nirgendwo erwähnt. 

Unter dem Gesichtspunkt der Offenheit ist Postbox daher vielleicht etwas zweifelhaft. Auf der anderen Seite befindet es sich noch in private beta, auch wenn es inzwischen sogar Einladungen für mich gibt – vielleicht klärt sich die Lizenz-Lage ja noch.

Viel wichtiger für einen Menschen, der immer noch auf der Suche nach einem idealen Mail-Client ist, sind doch wohl die Funktionen. Und die machen Appetit.

Postbox scheint soweit alles zu können, was Thunderbird auch kann – ich sagte ja schon: die Einstellungsdialoge sind die altbekannten. Darüber hinaus habe ich bis jetzt gefunden:

  • Tagging von Nachrichten
  • Notizfunktion auf der einzelnen Nachricht
  • Bequeme Attachment-Inspektion
  • Sammeln von Konversationen, selbst wenn die einzelnen Nachrichten in unterschiedlichen Ordnern liegen
  • Facebook-Integration (?)
  • Twitter-Integration (??)
  • Friendfeed-Integration (???)
  • To-Do-Verwaltung auf der Basis von Nachrichten oder To-Do-Einträgen
  • (auf dem Mac) Verwendung des Mac-eigenen Adressbuches
  • Suche nach Bildern, anderen Attachments, Kontakten, Links

Die eben aufgelistete „Integration“ in Facebook, Friendfeed, Twitter beinhaltet nur die Möglichkeit, Statusmeldungen an die genannten Dienste abzusetzen – nicht unbedingt der unique selling point eines Mail-Clients. Stört aber auch nicht.

Die Funktionen zu besseren Organisieren der Mail dagegen – lecker! Jedenfalls für einen GTD-Heinz wie mich. Postbox wird für die nächsten Tage mein Hauptmailer werden, und dann werden wir sehen, wie lange sich noch Apples Mail im Dock meines Macs halten kann.

Und wenn dann die Firma hinter Postbox auch noch mit der rechtlichen Seite klarkommt…

Ebenfalls auf der Liste möglicher Mail-Clients ist übrigens das Yahoo!-Produkt Zimbra. Aber da hat mich schon der Installationsdialog gestört: „Schließen Sie bitte alle anderen Anwendungen, bevor Sie mit der Installation fortfahren.“

Ja, sind wir hier denn auf einer Windows-Maschine?