Fingerzeig

Neues Jahr, neue Herausforderungen – dazu im Lauf der nächsten Wochen sicher mehr. Eine davon ist, dass ich mit meinen ehrwürdigen 58 Jahren zumindest tage- und aushilfsweise als (räusper) community manager tätig sein werde – sprich: im Auftrag meines Arbeitgebers die Kommentarhölle auf zwei YouTube-Kanälen dieses Arbeitgebers nicht nur müde beobachten, sondern aktiv dafür sorge werde, dass diese Kommentarhölle etwas weniger höllisch ist.

Dass das Niveau der Nutzerkommentare gerade bei YouTube unterirdischst ist, ist nichts Neues. In der Zeit des Postfaktischen ist das nicht besser geworden. Weshalb das wichtigste Werkzeug für meine Kollegen und mich, die wir ab kommenden Montag in einer Schicht pro Tag niveauhebend tätig werden, links abgebildet ist:

Doch, doch. Natürlich werden wir sachlich auf Kommentare eingehen und die Diskussion lenken – wo es sich lohnt. Aber – und da können (und werden) die Betroffenen noch so jaulen und von Meinungsfreiheit faseln – wir dürfen, sollen und werden löschen, wo sachliche Argumente keinen Sinn mehr haben, wo nur Hass und Verachtung den Ausfluss Kommentar-Output bestimmen. Denn: Meinungsfreiheit bedeutet, eine Meinung (und sei sie noch so bekloppt) haben und sie verbreiten zu dürfen. Sie (die Meinungsfreiheit) bedeutet aber nicht, dafür jede Plattform ungehindert benutzen zu dürfen, speziell, wenn ein anderer sie betreibt und die Regeln dafür klar formuliert hat. Mut macht mir dabei vor allem dieser Satz:

Wir behalten uns außerdem vor, User, die sich wiederholt nicht an unsere Regeln halten, zu blockieren.

Yes. Und bei YouTube ist es sogar so, dass Nutzer geblockt werden können, ohne dass sie es merken. Sie selbst sehen ihren Verbaldurchfall ihre Kommentare noch, aber andere (incl. der geplagten Moderatoren) bleiben davon verschont. Ein Beitrag zur seelischen Hygiene aller, wenn es das überhaupt noch gibt.