Farbengucken

Zwischenstand, 02:30 MEZ: Sieger dieser Wahlnacht auf den Monitoren, die ich ohne Verrenkungen im Auge behalten kann, sind bisher nicht die Social Media, auch wenn Current.TV und tagesschau.deamong others – interessante Diskussionswände bieten. Sieger sind auch nicht die amerikanischen TV-Sender, die ich hier sehen kann – die machen das Selbe wie vor zwölf und sechzehn Jahren (als ich in Washington Wahl-TV guckte), nur mit mehr Touchscreen und Virtuellem Studio.

Sieger zu dieser Uhrzeit ist für mich die Datenjournalisten, die die schon im letzten Beitrag erwähnten Live-Maps ausgetüftelt haben und befüllen – mit der traurigen Ausnahme der Washington Post, die auf Twitter fleißig Ergebnisse postet, die eigene Map aber seit einer Stunde nicht mehr aktualisiert bekommt. Update, 25 Minuten später: Inzwischen fluppt die Map wieder. Dass man immer erst meckern muss…

Ein weiteres hervorragendes Beispiel für Datenjournalismus sind die 512 Paths to the White House, in denen die New York Times klar macht, wie die verschiedenen Szenarios aussehen, nach denen der eine oder der andere Präsident werden kann.

Die Nacht dauert an, wer Präsident wird, wissen wir vielleicht auch beim Frühstück noch nicht, aber Datenjournalismus wird eine journalistische Form sein, die ich meinen Chefs verschärft ans Herz legen werde.

Hinweis: Der Titel dieses Beitrags ist kein Kalauer, sondern bezieht sich auf die Farben Rot und Blau, die in unterschiedlicher Verteilung die USA-Karten füllen.