Es nervt

Wieder was gelernt: Ich sollte die Mittagspause nicht nutzen und mich im Feedreader auf den Stand der Dinge bringen. Ich rege mich ja doch bloß auf.

Aktuelles Beispiel: Big Google is watching you aus der Chip Online Handy Welt, dem Fachblatt für wen auch immer, für mich jedenfalls nicht (der Artikel ist durch eine Empfehlung in meinen Reader gelangt). Leseprobe:

Das Handy verrichtet nicht nur seine Dienste, wenn es der Nutzer will. Mobiltelefone mit Googles Betriebssystem Android wissen, wohin sie mitgenommen werden und was sie tun müssen. So wird Google informiert, wo wir sind und was wir machen – rund um die Uhr. […] Und mit dem Nexus One kann Google nun auch die eigene Hardware samt vorinstallierter Software in den Markt drücken.

Uuuhhh, gruselwusel. Mal ganz abgesehen davon, wie erfolgreich Google mit dem Nexus One bisher war, verglichen mit anderen Smart- oder auch Dumbphones (selbst solchen mit dem Google-eigenen Betriebssystem): 

  1. Können wir uns, bitte, endlich darauf einigen, dass es natürlich möglich ist, der Datensammelei zu entgehen? Smartphones lassen sich – wie alle anderen Geräte auch – ausschalten. Und es ist auch noch nicht Pflicht, eines zu haben, geschweige denn, die Dienste eines bestimmten Anwenders darauf zu nutzen (iPhones können auch mit Nicht-Apple-Accounts, Androids auch ohne Google. Tut gar nicht weh, das).
    Die Datensammelei, der wir noch am allerschwersten entgehen (und selbst da ist es zu einem gewissen Grade möglich), wird von staatlichen und halbstaatlichen Stellen betrieben. Und nicht in jedem Falle unter demokratischer Kontrolle.
  2. Gewöhnt euch, bitte!, endlich daran, dass Daten eine Währung sind. Wer von der Vernetzung der Welt im 21. Jahrhundert profitieren will, muss dafür bezahlen. Und weil im Internet ja nix Geld kostet (komischerweise gilt das nicht für meine Amazon-Rechnung…), muss sich der Kram eben anderweitig finanzieren. Durch fi-nan-ziell ver-wert-ba-re Da-ten bei-spiels-wei-se.
  3. Versteht doch, bitte!!!, außerdem, dass nicht nur Google nach diesem Prinzip funktioniert, sondern auch GMX oder web.de (um ein Beispiel zu wählen, dass euch vielleicht etwas näher ist). Oder spiegel.de, BILD.de oder euer höchsteigener Mobilfunkbetreiber mit seinem hausgemachten Sozialgelumpe.
  4. Von Facebook, den VZs & Co. ganz zu schweigen.

Wenn ich mir überlege, dass Menschen ihre neue Handynummer über Facebook an die ganze Welt and their grandmother verschicken, sich aber über den Datenkraken aufregen – Mann-Mann-Mann!

Wenn euch eure Daten so heilig sind, dann kündigt eure Telefonanschlüsse (mobil/fest), euren DSL-Anschluss, verkauft den Fernseher, sagt der GEZ Bescheid, dass ihr von der Welt nix mehr wissen wollt, und dann zieht nach Mecklenburg-Vorpommern in die Wüste. Da seid ihr sicher.