Elvis has Left the Building…

…und die Conversation has Left the Blogosphere, schreibt Sarah Perez in ReadWriteWeb und meint damit, dass Zweinull-Lifestreams wie FriendFeed, auch hier im Einsatz seit einem knappen Monat, der Blogosphere (das ist international für Klein-Bloggersdorf!) den Gesprächsstoff wegnehmen.

People still comment, but in a lot of cases, those comments aren’t on found on the blog itself. So the question is, has the conversation become diluted among all the different services and applications? Or is it just adding layers to the original topic? And most importantly, how can you keep up?

Die Antwort auf die letzte Frage gab Josh Catone an gleicher Stelle schon am 29. Februar: 35 Ways to Stream Your Life sollten eigentlich ausreichen.

Im thematisch schon festgelegten Lifestream Blog wird man noch deutlicher:

These services are increasing our distractions and thus reducing the time we spend commenting on blog posts. It’s so much easier to quip on bits of data with your friends as a captive audience while still adding your voice to the stream.

Bleibt die Frage, die schon den einen oder anderen – zum Glück nicht wirklich – ans Aufhören denken lässt: Werden die Lifestreams das Leben aus Klein-Bloggersdorf abziehen? Werden Blogschreiber künftig (wieder…) alleine vor sich hinbrabbeln, während ihre Leser sich in den nächsten Kneipe treffen und drüber reden?

Durchaus möglich, meine ich – jedenfalls wenn sich in Klein.Bloggersdorf (ab sofort nur noch echt mit dem Idiotenpunkt an der Stelle des Bindestriches – was so ein Tippfehler alles bewirkt…) selbst nichts ändert.

Genau das ist, was ich vor einigen Tagen unter einer suchmaschinenoptimierten Überschrift gemeint habe: Die (zumindest hier) vergeblich betriebene Suche nach The Next Big Thing nach den Weblogs ist längst zu Ende. Jetzt geht es darum, die ungewaschenen Massen nicht etwa vom Weiterziehen zur nächsten Laberstelle abzuhalten, sondern das, was sich dort tut, in der einen oder anderen Art wieder in das eigene Weblog einzubinden, um das Medium Weblog nicht bedeutungslos werden zu lassen. Die auch lange – übrigens auch von mir – angefeindeten Trackbacks boten genau diese Möglichkeit, als die Diskussion weg vom eigenen Weblog hin zu einem anderen wanderte. Jetzt brauchen wir etwas Ähnliches, um die Conversation in der Blogosphere zu halten, selbst wenn sie schon anderswo stattfindet.

RSS scheint mir übrigens als Basis dafür ganz gut geeignet zu sein.

Was wir derzeit beobachten, bzw. woran wir derzeit teilhaben, ist The Next Big Thing. Die Online-Gesellschaft fragmentiert sich und vernetzt sich gleichzeitig in einer nicht gekannten Weise. Wer mit dabei ist, konfektioniert sich seine Aufmerksamkeit im Netz neu; jeder schafft seine eigene Umgebung: das Netz als Sammlung privater Mikrokosmen. Und Weblogs, sofern sie vernetzt sind bzw werden, spielen darin natürlich eine Rolle als einer von vielen Kanälen zur Selbst-Äußerung. Wer jetzt noch über Weblogs vs. Old Media nachdenkt, hat ein überholtes Bild von Weblogs und packt sie somit in die selbe Kategorie wie die oft und gerne kritisierten Old media.

Zum Schluss, weil auch das Wetter so grausig ist, noch ein Verweis auf die Gedanken eines pessimistischen Beobachters, der uns alle schon vor dem Attention Crash sieht:

We are reaching a point where the number of inputs we have as individuals is beginning to exceed what we are capable as humans of managing. The demands for our attention are becoming so great, and the problem so widespread, that it will cause people to crash and curtail these drains. Human attention does not obey Moore’s Law.

Ich sag’s ja: Am Ende schafft sich jeder sein privates Universum.

Blogged with the Flock Browser

Tags: , , ,