Elend im Internet

Ist es die Halloween-Stimmung, oder ist es wirklich? Es muss doch irgendwo sein… das Grauen. Das Elend im Internet. (Hier??)

Quark. Mit „Grauen“ und „Elend“ meine ich nicht das Heimseitenunwesen, das sich zur allgemeinen Begeisterung (siehe die Müllseite) auch sieben Jahre nach Erfindung des Internet durch Al Gore noch unaufhaltsam breitmacht – ich meine den weitverbreiteten Irrtum, im Internet sei alles gratis – wenn schon nicht umsonst (Oder war das umgekehrt?).

Zugegeben: Ich hänge diesem Irrglauben auch an – das beste Beispiel ist genau diese Seite. Das Script, mit dem ich gerade diesen Text eingebe, hat keinen Cent gekostet. Und ich verlange auch für das Angucken dieser Seite nichts. Wahrscheinlich, weil ich die Marktchancen einigermassen realistisch einschätzen kann…

Entstanden ist der Irrglauben übrigens durch die irrsinnige Marketingstrategien der ersten Generation von Internet-Unternehmen, die noch auf dem Prinzip des „Eyeball-Sammelns“, also des Sammelns von Augenkontakten (oder so) beruhte. Dieses Prinzip reitet inzwischen sogar Giganten wie AltaVista in die Scheisse. Aber eine Erkenntnis hat sich in den Hirnen der Konsumenten festgesetzt: Im Internet ist alles gratis.

Zu blöd, dass eben nichts gratis ist. Und dass irgendjemand für den Content bezahlen muss, der Besucher anzieht – und wenn es nicht die Besucher sind, dann muss es eben der Inhaber der Webseite sein.

Das ist kein Problem auf dieser Seite – ich kann schliesslich selbst entscheiden, womit ich meine Abende verbringe. Es ist aber ein Problem für alle, die meinen, beispielsweise so etwas wie Qualitätsjournalismus sei im Internet für umme zu haben. Beispiele für diese unbewiesene Behauptung gibt es genug.

Was ich natürlich auf das Schürfste verurteilen muss. Weil sogar Journalisten ihre Rechnungen bezahlen müssen. Und weil das nicht geht, wenn Internetarbeitgeber vorzeitig die Biege machen. Punkt.