Electoral Nachklapp

Auch nach den midterm elections, die den Demokraten und damit indirekt auch Barack Obama selbst in beiden Häusern des US Congress die – im Übrigen bei solchen midterm elections durchaus nicht unüblichen – Stimmenverluste zugunsten der Opposition (2002, mitten im patriotischen Post-9/11-Zirkus, war eine Ausnahme) eingebracht haben, mache ich mir Gedanken über den Verfall aller politischen Sitten in den US of A.

Übles Beispiel: Obama ist ein muslimischer Taliban, der rechtswidrig zum Präsidenten gewählt wurde. Doch, sowas gibt’s, und sowas glauben die Leute. Einige jedenfalls.

Solche Leute werden nicht nur in meinem liebsten US-Polit-Gaga-Blog Wingnuts genannt, was mit „Flügelspinner“ zwar nicht unkorrekt übersetzt ist, aber die Sache bei weitem nicht abdeckt.

Die Wingnuts spucken also in pathologischem Ausmaß Gift und Galle gegen einen Präsidenten, der ihnen aus verschiedenen Gründen nicht passt, im Gegensatz zu seinem Vorgänger aber mit einer klaren Mehrheit der Wähler- wie der Wahlmännerstimmen ins Amt gekommen ist. Qualität von Gift wie von Galle sind besorgniserregend radikal. Ich frage mich aber immer noch und immer wieder, was die Wingnuts, die Anhänger der sogenannten Tea Party und andere republikanische Lautsprecher wohl täten, wenn nicht Barack Hussein Obama, ein Schwarzer mit kenianischen (und deutschen) Wurzeln Präsident wäre, sondern ein Weißer mit einem uramerikanischen Namen wie Casey Jones und einem untadeligen Stammbaum bis zurück zu George Washington himself exakt die gleiche Politik machte.

Sie hätten ein echtes Problem. Und womit? Mit Recht.