Einundzwanzig!

Es war am 1. November 2000, kurz nach vier Uhr morgens (MEZ – bei mir war damals noch der 31. Oktober EST), als ich einen „Speichern“-Button anklickte, ein paar Dateien auf meinen damaligen Webspace hochlud und aus meinen bis dahin seehr statischen Seiten etwas machte, wofür ich noch keinen Namen hatte. Die Idee dafür – Seiten, auf denen an jedem Tag ein neuer kurzer oder langer Text erscheint – hatte ich irgendwo im Netz geklaut gesehen; dass man sowas schon damals „Weblog“ nannte, erfuhr ich erst drei, vier Monate später, als mich der (spätere) Nachbar aus Neukölln entdeckte und auf das allerschärfste begrüßte.

Einundzwanzig (in Worten: 21!) Jahre ist das jetzt her, verdammte Axt! Und auch wenn ab und zu die Namen wechselten und auch die Domains, unter der diese Veranstaltung erreichbar war, auch wenn es zwischendurch längere oder kürzere Denkpausen gab, und auch wenn bei dem einen oder anderen Umzug Inhalte vom Lastauto gefallen sind… einundzwanzig Jahre!

Das bedeutet also: Das Weblog ist irgendwo da draußen, tut, was es will, und lässt nur von sich hören, wenn es Geld braucht.

Im Ernst: Auch wenn der Schreibdrang über die Jahre mal stärker, mal weniger stark ist, auch wenn der Mensch (= ich) sich zwischendurch auf allen möglichen und unmöglichen sozialen Plattformen engagiert hat, auch wenn ich – ich geb’s zu – immer wieder darüber nachgedacht habe, Webspace und Domain auslaufen zu lassen: Die eigene Ecke im Netz will ich nicht (mehr) aufgeben: die Ecke, in der ich der Bestimmer bin, in der mir keiner dreinredet, und vor allem: in der niemand mit den von mir und anderen abgelegten Daten Geschäfte machen kann. Das eigene Weblog: Nie war es so wertvoll wie heute.

Prust! Nee: Prost!

3 Gedanken zu „Einundzwanzig!“

  1. Auch von mir herzliche, erfreute und (hoffentlich) aufmunternde Grüße. Die Aufbewahrung in meiner „Should Read“ Liste hat sich dann doch bewährt 🙂 Großartiges Theme übrigens

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