Ein Ping aus der Vergangenheit

Heute morgen in meiner Mailbox: die Information, dieser oder jener habe meinen FriendFeed abonniert.

Friendfeed. Dieses Dings aus dem Jahr 2007 (sagt die englische Wikipedia, die deutsche schweigt sich zu dem Thema ganz aus), gegründet von ehemaligen Google-Menschen, heute zu meiner Überraschung zu Facebook gehörend. Dieses Dings, das die diversen sozialen Aktivitäten eines Mitglieds sammelte (auf heutige Maßstäbe übertragen, also ein Selfie-Aggregator) und sowohl auf einer Seite wie auch als RSS-Feed wiedergab – und, wenn ich mich recht erinnere, auch selbst wieder andere Seiten mit dem eingesammelten Treibgut füttern konnte. Lange vor IFTTT.

Jetzt mal ehrlich: Wer hat sich überhaupt noch an FriendFeed erinnert? Warum betreibt Facebook das noch? Und warum abonniert User X meinen FriendFeed, wo ich doch seit Jahren noch nicht einmal an den Dienst gedacht, geschweige denn irgendwas mit ihm gemacht hätte?

Es stellt sich heraus: Nach all den Jahren sammelt FriendFeed unter der alten Adresse immer noch meine Aktivitäten auf Flickr und YouTube (das dürften die einzigen sein, bei denen ich in den letzten Jahren weder Benutzername noch Adresse geändert habe), und das scheint für User X Grund genug zu sein, auf „Abonnieren“ zu klicken.

Ein Ping aus der Vergangenheit. Mit schaurigem Hall unterlegt, und mit den dumpfen Geräuschen einer Maschinerie, die unbeachtet Jahre vor sich hinarbeitet. Spuk. Internet-Spuk.