Ei, Ei. Die ersten Tage.

Was kümmert mich mein dummes Geschwätz von gestern? Jetzt gehöre ich also auch zu den Besitzern eines Jesus Phones, bin reingefallen auf den lifestyle-Sog der lifestyle-Firma, die auch meinen Schreibtisch und meine Gehörgänge dominiert. Und wer ist schuld daran – mal abgesehen von meiner Schwäche für gut entworfenes Technikspielzeug?

Ausgerechnet mein bisheriger Provider, der sich nicht dazu durchringen kann, das mobile Internet als zukunftsträchtig anzusehen, und deshalb UMTS nur in Ballungsgebieten, HDSPA vorerst aber gar nicht anbietet. Das mag für die angepeilte Zielgruppe ja richtig sein; für einen, der durchschnittlich telefoniert, sich aber auf (den gar nicht so seltenen) Reisen nicht jedesmal auf die Hotschpott-Suche machen will, ist das enttäuschend.

Und so bin ich nun doch beim Bösen Providerâ„¢ gelandet. Der Tarif entspricht komischerweise dem bisherigen Billigtarif plus den Optionen, die ich mir auch dort schon gewünscht hätte, und ich habe ein iPhone.

Hier die Erfahrungen der ersten Tage, die ich nur deshalb aufschreibe, weil sie sich ein wenig von dem unterscheiden, was ich bei anderen lese:

  • Die Batterie macht tatsächlich relativ schnell schlapp, allerdings nur dann, wenn ich stundenlang mit dem iPhone herumspiele. Das ist anfangs nun mal so; später, wenn die permanente WLAN-Suche und die GPS-Funktionen erst einmal abgeschaltet sind und das verspielte Surfen einer normalen Nutzung gewichen ist, hält die Batterie auch nach längeren Telefonaten, und bei aktivierter UMTS-Nutzung, bis in die Nacht durch, bevor sie an das Ladegerät muss. Liegt wahrscheinlich daran, dass Telefonieren (Bildschirmbeleuchtung aus, Datendienst auf GPRS heruntergefahren, beides offenbar automatisch) längst nicht soviel Strom verbraucht wie die Surferei.
  • Safari stürzt eindeutig zu oft ab. Punkt.
  • Die eingebaute Kamera ist nur für schnelle Dokumentation brauchbar. Für etwas schönere Bilder (s.u.) werde ich mein Nokia behalten und mit einer Multi-SIM ausstatten, so dass ich es weiter nutzen kann.
  • Bisher gibt es (zumindest ohne Jailbreak) keine Möglichkeit, das iPhone als Funkmodem für Notebooks zu verwenden. Auch dafür werde ich mein Nokia behalten und zumindest auf Reisen mitnehmen.
  • Die Tonqualität finde ich – im Gegensatz zu anderen iPhonisten – gar nicht schlecht. Offensichtlich war ich da bisher nicht verwöhnt.
  • Verbindungsabbrüche? Nö.
  • Die Bedien-Oberfläche und der Bedienkomfort – wow. Da kommt Nokias Symbian nicht mit. ’nuff said.

Tscha. Und so mogelt sich der Böse Providerâ„¢, der gleichzeitig Exklusivpartner von Apple und der Provider mit dem bestausgebauten (alles ist relativ!) Netz ist, doch wieder in meine Tasche. Sue me.