Dumm gelaufen – na und?

Dumm gelaufen: Der angebliche iPad-Killer (warum muss eigentlich jede Apple-Kopie jedes von einem Apple-Produkt inspirierte Stück Technik gleich ein Killer sein? Noch nie was von Koexistenz gehört, wa?) ist – zumindest in der jetzt vorgestellten Version – ein Fake, wie u.a. das Handelsblatt berichtet. Das Tablet läuft – shocking – unter Windows.

Na und?
Erstens ist das WePad – ein selten dämlicher Name übrigens, fast so dämlich wie, nun ja, iPad – noch nicht fertig, ebenso wenig wie andere in der Planung oder Umsetzung befindliche, unter Linux laufen sollende Tablet-PCs. Bei der Vorstellung des rechtschaffen gehypten Produktes einen Demofilm laufen zu lassen, ist ungeschickt; es unter Windows zu machen, ist fahrlässig bis dämlich. Aber das ist das Problem der Firma Neofonie, nicht unseres.
Zweitens ist die Idee eines Tablet-PCs mit einem Android- oder anderen touchscreen-fähigen Linux-Betriebssystem soo revolutionär auch wieder nicht. Vom iPhone ließen sich alle bisher auf dem Markt befindlichen Android-Funkbläken inspirieren (s.o.) – warum also nicht ein Android-Tablet vom iPad. Dass eine mittelständische Firma aus Berlin die schnellsten hätten sein wollen, die so etwas auf den Markt bringen, schneller als die Fachleute aus Fernost oder den USA, wäre ein netter Gag gewesen – mehr aber nicht.
Nun hat sich also der Mittelständler blamiert – möglicherweise so sehr, dass sein Tablet auch mit Linux nicht mehr abheben wird. Das ist anderen auch schon passiert, wird aber nichts daran ändern, dass wir noch in diesem Jahr ein schickes Gegen-iPad auf Android- oder ChromeOS- oder einer sonstigen Linux-Basis sehen werden.
Read my lips.