DRM-Rabäh

DRM = Digital Rights Management
Rabäh = Beleidigtes Gejammer

Eine Geschichte aus dem Leben eines Viel-Lesers: Es kommt vor, dass ich ein Buch nach Jahren wieder lesen möchte, aber nicht kann (verloren, verliehen, weggeworfen, Säurefraß, whatever). In solchen Fällen bin ich froh, dass es Antiquariate (on- wie offline) gibt, und gebe mein Geld gern zum zweiten Mal für ein Buch aus.

Noch froher (wenn der Komparativ erlaubt ist) bin ich, wenn ich ein solches Buch – im vorliegenden Fall Robert Silverbergs „Up the Line„, eine nicht unintelligente Zeitreise-SF-Geschichte – als Download bei einem eBook-Händler finde. Dabei ist es egal, dass der Händler booku.com heißt und down under sitzt – Hauptsache: Bestellen, bezahlen, download, lesen, jetzt!

Oder auch nicht. Denn booku.com benutzt ein DRM, was aus seiner Sicht legitim ist, um das uns Lesern ja immanente, nahezu zwanghafte illegale Weiterverbreiten von copyright-geschützten Inhalten zu verhindern. Schade nur, dass booku.com sich auf ein DRM aus dem Hause Adobe verlässt, das zunächst die Installation eines eBook-Downloaders von Adobe voraussetzt, und das es für mehr als 95 Prozent aller PCs weltweit gibt, aber nicht für Linux.

Schade außerdem, dass ich die Bestellung abschließen konnte, ohne das gemerkt zu haben. Oder anders: schön blöd von mir.

Wirklich schade aber ist, dass booku.com – wie auch andere, aber längst nicht alle Händler von DRM-geschützten Inhalten – der Meinung ist, seine Kunden seien in Wahrheit verkappte Terroristen Kriminelle, behauptet, ich hätte das eBook schließlich schon heruntergeladen (habe ich mangels Adobe-Downloader nicht – alles, was ich bekommen habe, ist eine kurze XML-Datei, mit der der Download angestoßen würde) und sich weigert, mir meine Blödheit zu verzeihen und mir die popeligen 10 Aussie-Dollar zurückzuerstatten.

Was lernt uns das? Auch die technischen Voraussetzungen sind etwas, was ich künftig beachten sollte. Und bei booku.com werde ich nicht mehr einkaufen. Wie auch?