Mausdownload

Nicht die Sendung mit der Maus
Nicht die Sendung mit der Maus

Was bisher geschah: Ein Freund (ein guter Froind, trallala… wo war ich?), wie viele von uns in Patchwork-Verhältnissen lebend, möchte seine Töchter zu zeitsouveränen Medienkonsumentinnen erziehen und deshalb mit ihnen die „Sendung mit der Maus“ nicht dann gucken, wenn sie im Fernsehen kommt, sondern wenn seine Töchter bei ihm sind. Bis zum Jahreswechsel benutzte er ein Mac-Programm für seine Maus-Downloads aus der ARD-Mediathek; seit dem Jahreswechsel tut das Programm es nicht mehr, wahrscheinlich, weil ARD und ZDF an den Mediatheken herumgeschraubt haben. Auftritt K., der gerade bei Volker Weber nachgelesen hat, wie der das Problem gelöst hat, und die Sache nachbaut.

Das Ergebnis hatte ich hier dokumentiert: Tagesschau-Downloads klappen alle super, alles andere nicht. Der Ruf als Fachmann ist ramponiert, und Freund und Töchter gucken die Maus, wenn sie im Fernsehen kommt, und im Übrigen in die Röhre.

Nun lässt mir sowas ja keine Ruhe, weshalb ich gerade nochmal bei vowes Beitrag vorbeischaute; es hätte ja ein Kommentator die Lösung meines Problems haben können. Stattdessen sehe ich einen Vermerk von vowes Hand, wonach der Autor des eingesetzten Transcoding-Scriptes kräftig nachgebessert habe.

Aha. Neuer Versuch, neues Glück. Weil ich in der Zwischenzeit mein Notebook neu aufgesetzt hatte (aus Kubuntu wurde Sabayonnever touch a running system my ass! Aber das ist eine ganz andere Geschichte…), fing ich von vorne an. Die für den Betrieb des Downloaders nötige Java-Laufzeitumgebung hat mein Rechner schon, ebenso das lt. vowe nötige ffmpeg. Blieb noch die Installation von flvstreamer (in den repositories der meisten Linices enthalten, sonst und für Mac-User und andere Nicht-Linuxer eben über den angegebenen Link) und die der eigentlichen Anwendung MediathekView (Ubuntu hat das im repository, da es aber eine Java-Anwendung ist, läuft sie überall und kann deshalb genausogut vom verlinkten Ort heruntergeladen werden). Und schließlich holte ich mir noch das transcode-Script, packte es in den gleichen Ordner wie MediathekView und machte es ausführbar.

Tscha. Vielleicht waren es die Schmerzmittel, unter deren Einfluss ich immer noch vor mich hindämmere; vielleicht war es aber auch der Umstand, dass MediathekView inzwischen eine neue Versionsnummer (3.1.0) erreicht hatte. Jedenfalls vergaß ich die gesamte Anpass-Frickelei, wie sie vowe beschrieben hatte, gab beim Start von MediathekView nur den Pfad zu flvstreamer und zum Videoplayer meines Vertrauens VLC (auch für alle heimischen Betriebssysteme erhältlich!) ein, suchte in der Liste der verfügbaren Dateien die letzte Sendung mit der Maus, wählte die Option „Linux speichern“ aus – und der Download startete problemlos und ging auch fehlerfrei zu Ende. Das Ergebnis des Downloads: eine .flv-Datei, die der VLC-Player abspielen kann, aber eben nicht die von vowe und anderen gewünschte mp4-Datei. Hm, egal

Nun hatte ich vowe so verstanden, dass wir das Transcode-Script und die ganze Anpasserei deshalb brauchen, wenn wir z.B. nicht VLC als Player nutzen und andere Player weil iPads und andere Flash-lose Geräte mit einer .flv-Datei nichts anfangen können. Das iPad hat der Freund inzwischen verkauft (nicht deshalb), VLC zickt nicht, und das macht die Sache einfach. Das (Nicht-)Problem des Transcoding kann ich ab sofort unter rein sportlichen Gesichtspunkten angehen. Oder auch nicht.

Erst kopieren, dann bearbeiten!
Erst kopieren, dann bearbeiten!

Ich weiß nicht, ob mein Ruf als Fachmann dadurch besser wird, dass ich mehr oder weniger komplizierte Anpassungen nicht vornehme. Aber ich weiß, dass ich bei drei unterschiedlich kleinen Mädchen jetzt einen guthabe.

Update, mitten in der Nacht: Aber sicher – die sportliche Herausforderung, gleich eine mp4-Datei (mit der Endung .m4v) zu erhalten, hat mich noch mal aus dem Bett getrieben. Und was am Nachmittag noch nicht wollte, flutscht jetzt einwandfrei. Das Geheimrezept: Einstellungen wie vowe machen und im erweiterten transcode.sh die absoluten Pfade zu flvstreamer, ffmpeg und (wenn’s denn sein soll) HandBrake korrekt eintragen. Die Betonung liegt auf korrekt.

Korrekte Pfade unter Linux
Korrekte Pfade unter Linux

Ein Tipp: MediathekView speichert Änderungen in den Einstellungen der sogenannten Sets sofort und fragt nicht nach. Leidvolle Erfahrung hat mir gezeigt, dass man Arbeitsverweigerung durch falsch eingegebene Pfade, Kommandos und Schalter dadurch vermeiden kann, dass man nicht in den vorgegebenen Sets herumtippt, sondern das Set (im oben abgebildeten Beispiel heißt es „Linux speichern“) erst kopiert („dupliziert“) und dann die Änderungen in der neuen Version („M4V speichern“) vornimmt. Und für Mac- (und Windows-) Nutzer hat Scott Hanson hier noch einen Tipp: Wenn der flvstreamer nicht so richtig will, einfach den nehmen (und den entsprechenden Pfad korrekt eintragen!), der im Paket von MediathekView im Unterverzeichnis bin mitgeliefert wird.

4 Gedanken zu „Mausdownload“

  1. I’m glad to read the issue is finally solved and you’ll be the subject of much gratitude, deservedly so.
    I commented on your earlier post regarding this, but failed to offer a solution.

    But just to satisfy my curiosity (and to address another possible solution I did not dare mention at the time), is this working : https://itunes.apple.com/de/podcast/sendung-mit-der-maus-zum-mitnehmen/id164420907 ?
    For all intents and purposes I’ve declined to use the infamous App Store thus far, but perhaps you have access …

    • I’ll have to check this from my friend’s computer. I’m the proud owner of two (actually, four, including my tablet and my phone) systems which cannot run iTunes at all; there’s no Linux version of iTunes. So Ill have to wait until I have access to a Mac.

      • I understand. Should it work it would perhaps bring the whole procedure within the realm of those not completely at ease with living on the command line 😉

        FWIW, rest assured that not being able to run iTunes is not necessarily something you should regret, as I’m sure you know already.
        I’m a longtime Mac user, but do not necessarily agree with – or use – all that comes from Cupertino.

        • Actually, following vowe’s instructions (and my modest remarks) to the point should get you where you don’t have to see the command line at all. To edit the script, a text editor is necessary. Other than that, everything including getting everything at the right place within the system can be done with a file manager such as Finder (although I’m not sure about making the script executable without the CLI…).

Kommentare sind geschlossen.