Die Trabantenstadt

Zu den von Peter Glaser so scharf beobachteten WFMs gehörend, habe ich das Auswechseln des Designs auf den Seiten von bluelectric.org der sonst fälligen Eigenbastelei vorgezogen. Denn so sehr mir das neue Design gefällt (und es hat doch mehr Spannung als das grau-weiße Design vorher) – eigentlich ging es darum, den Lifestream, bisher auf einer Unterseite untergebracht, auf die Frontseite zu bringen, dorthin, wo er hingehört, und bluelectric.org damit in die Richtung zu bringen, die das soziale Netz inzwischen nimmt.
 
Denn natürlich ändert sich was in Klein-Bloggersdorf. Das kleine gallische Dorf, in dem ich seit 2000 zu Hause bin, ist nicht mehr klein, ist nicht mehr Dorf, und ist nicht mehr bewohnt von ein paar Helden, die sich ihre Waffen selber schmieden Seiten selber bauen, sich über Blogsoftware, Hoster und Linkdichte kabbeln und alle anderen ohnehin doof finden, speziell die Online-Tagebuch-Führer.
 
Plötzlich wachsen in der Nachbarschaft riesige Trabantenstädte, plötzlich ziehen dort Leute ein, die froh sind, dass ihre Wohnung schon fertig ist, und plötzlich ist das Führen eines Blogs nur noch ein kleiner Teil dessen, was die Menschen des 21. Jahrhunderts im Sozialen Netzwerk treiben.
 
Die Folge: Grummelnd lässt der alte Zausel™ so’n neumodischen Sozialkram auf seiner Seite zu, grummelnd behält er dann eben doch seinen Facebook-Account – und findet dort die anderen alten Zausel™ wieder, aber auch solche, denen Klein-Bloggerdorf all die Jahre doch zu urtümlich erschienen war.
 
Und wir stellen fest: Klein-Bloggerdorf liegt nicht isoliert im Walde, sondern zwischen Twitterhude und Social City, und man trifft da draußen nicht mehr nur Wildschweine, sondern all die, die man damals vergeblich nach Klein-Bloggersdorf eingeladen hatte. Nun kommt sie also doch, die aktive Online-Gesellschaft.
 
Aber eins bleibt: Wir waren die Ersten.

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