Die Kompetenz des Außenstehenden

Die Kompetenz des Außenstehenden™ zeichnet den Menschen aus, der etwas zu sagen hat (bzw. irrtümlich glaubt, etwas zu sagen zu haben), ohne

  • in vorhergegangene Entscheidungsprozesse einbezogen gewesen zu sein
  • Verantwortung übernommen zu haben oder bereit zu sein, selbige zu übernehmen
  • Ahnung.

Die Kompetenz des Außenstehenden™ ist also eine der wesentlichen Eigenschaften von Kommentatoren, nicht nur, aber schon auch arg in internetbasierten Publikationsformen.

This having said, bestaune ich mit der Kompetenz des Außenstehenden™ die Vorgänge zwischen der Spezialdemokratischen Partei Deutschlands und dem speziellen Demokraten und Genossen Thilo S. Dabei gehe ich mangels Herzblutes gar nicht so weit, (vergeblich) den Rausschmiss des S. aus der S. zu fordern.

Ich kratze mir dagegen kokett den Kopf und habe (s.o.) vor allem von zwei Dingen keine Ahnung:

  • wann im Laufe ihrer langen und überwiegend ehrenvollen Geschichte die alte Volkspartei S. ihr Rückgrat so gründlich verloren hat, dass sie sich noch nicht einmal von einem Berufsprovokateur wie S. trennen mag
  • was umgekehrt besagter Provokateur S. überhaupt noch in der Volkspartei S. will – an den Posten, zu dem sie ihm verhelfen könnte (und in der Vergangenheit verholfen hat), hat er kein Interesse mehr, und am Geld und der Aufmerksamkeit kann es auch nicht liegen; beides hat er gegen die SPD viel schneller und leichter erworben als mit ihr.

Jenseits des Falles S. stellt sich mir – bisher erfolglos – die Frage, wann, unter welcher Führung, in welcher politischen Umgebung die Wandlung der bundesrepublikanischen Volkspartei SPD zu dem begonnen hat, was sie heute darstellt.

Was immer das sein soll.