Nachdenken, auch ohne Aufschrei

Wir nähern uns dem Augenblick in der aktuellen Sexismus-Debatte, an dem alles gesagt ist, nur noch nicht von jedem. Ein gutes vorläufiges Schlusswort kommt von @jensscholz:

Einen Vorteil hat es, sich erst spät in eine Debatte einzuschalten: Der Kopf schwirrt zwar von all dem, was schon gesagt bzw, geschrieben ist, aber der Überblick ist etwas besser. Ich kann also froh sein, dass nicht nur dummes Zeug (verlinkt euch doch selbst!™) über den alltäglichen Sexismus geschrieben wird, sondern auch nachdenkliche Texte wie (Achtung, es folgt eine kleine Leseliste aus meinem Feedreader, längst nicht repräsentativ für alle klugen Texte, die geschrieben wurden!)

Um zusammenzufassen, was sich in meinem Kopf tut: Gut, dass wir diese Debatte jetzt haben, egal wie schrill sie egal von wem geführt wird. Gut, dass bei aller Schrillheit die leisen Töne nicht untergehen. Gut, dass ich die Meinung, die ich über bestimmte Alphatiere (mit ganz kleinem „α“, BTW!) schon vorher hatte, nicht ändern muss. Gut, dass wir das Netz haben, in dem sich solche Diskussionen frei, unreguliert und gelegentlich auch viel zu laut entwickeln können – und nicht nur in den Leserbriefspalten professioneller Medien, so wie früher (wobei „professionell“ in diesem Zusammenhang bedeutet: „verdient Geld damit“, nicht etwa: „hält eine professionelle Distanz vom Berichtsobjekt, wie wir das mal in der Ausbildung/Journalistenschule gelernt haben“).

Gut übrigens auch, dass eine solche unregulierte Diskussion auch wunderbar verräterisch ist. Es wird einfacher, die Menschheit einzuteilen in Mitmenschen und Arschlöcher.