Dett fiel mir uff

Neue Erkenntnisse aus dem Leben eines Jurymitglieds, aber auch eines inzwischen relativ altgedienten Schreibers mehrerer Weblogs:

  • Die bundesdeutsche Webloglandschaft hat sich nicht etwa weniger weit fortentwickelt, wie noch hier behauptet, sondern anders.
  • Beobachteter Trend: Die Landschaft fragmentiert sich. Auf den ersten Blick erkennbar sind drei Hauptgruppen des „Publizierens von unten“:
    • Die Altherrenblogger, die es schon immer so gemacht haben und deshalb mit neueren Formen nicht zurechtkommen; zu diesen habe ich mich selbst zu zählen (und manchmal auch wieder nicht), weitere Namen werde ich nicht nennen. You know who you are.
    • Die Qualitätsblogger, die sich (mehr oder weniger) erfolgreich mit hochwertigen Informationen, Bildern und Texten hervortun. Probleme:
      • Nicht jeder kann es.
      • Es kostet eine Menge Zeit und Arbeit, und die hat nicht jeder bzw. kann nicht jeder in der gewünschten Frequenz leisten.

      Zu dieser Gruppe würde ich mich gerne zählen, aber es ist ein langer Weg dorthin.

    • Die Tagebuchschreiber, die sich vor allem durch eine große Anzahl und eine starke Community-Bindung hervortun, sonst aber nicht.
  • Auch wenn das Wort „Kompetenz“ durch diverse dito Teams ein wenig verbrannt ist: Kompetenz matters, ob es nun die Kompetenz eines Experten für irgendwas ist, die ein Blogger verbreitet, die Kompetenz eines scharfen Beobachters oder die eines guten Autors. Weblog schreiben allein genügt nicht mehr. (Note to self)
  • Es gibt Stars. Doch. Und diejenigen, die das am lautesten von sich weisen, genießen es am meisten, wenn sie als solche bezeichnet werden.
  • Der Reiz des Neuen ist vorbei. Weblogs haben sich in der bundesdeutschen Medienlandschaft eingerichtet. Dass jemand eines führt, ist keine Sensation mehr. Dass jemand hunderte oder tausende von täglichen Lesern hat, ist Alltag. Dass old media sich an dem Trend beteiligen: Ja, warum nicht? Schließlich ist dies ein offenes Medium. Können muss man’s halt.

Wird fortgesetzt.