Der Müll, das Netz und der Tod

Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Das Geheule von Plattenfirmen, dass die Kunden den billigst abgemischten Kommerzpop inzwischen billiger beziehen, als er hergestellt wird – das ist in meinen Augen nur angemessene Preisfindung. Die Klagen von Herrn Burda, seine wertvollen Inhalte würden schleichend enteignet – was meint er damit? Auf Focus.de finde ich den gleichen Infomüll wie überall, angereichert mit einem „Strandführer Ibiza“ und „Richtungsstreit in der Busenpartei„. […] Warum sollten Leser und Google nicht genauso wurschtig, beliebig und desinteressiert sein, wie die Inhalte, die man ihnen darbietet?

Don Alphonso via faz-community.faz.net

Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich nochmal Don Alphonso zitieren würde. Hätte auch nicht gedacht, dass ich ein FAZ-Community Blog zitieren würde. Aber für Klartext bin ich ja immer anfällig.

Wahrscheinlich ist es einfach meine Begeisterung darüber, dass auch noch ein anderer die Industriemusik der Musikindustrie als wertfreien Ramsch erkennt und benennt. Zeit wird’s.

Kurzer Zwischengedanke: Waren es nicht Stock/Aitken/Waterman, die die maschinelle Musikproduktion erfunden oder zumindest perfektioniert haben?

Und immer wieder fällt mir in diesem Zusammenhang George Orwell ein. Weil der in seinem „1984“ nicht nur den Überwachungsstaat (und übrigens auch sowas wie das Internet) vorausgesehen hat, sondern auch die Industriemusik der Musikindustrie, mit der das Volk, das blöde, ruhiggestellt werden sollte.

Via web von Bluelectric ePost