Der Hybride

Asus SliderLange habe ich mir überlegt, welches Gerät meinen Dell Mini (sein Display ist zu klein für meine alternden Augen…) ersetzen und mich künftig unterwegs begleiten soll. Ein Tablet kam nach den Erfahrungen, die ich mit dem ersten Galaxy Tab (privat) und dem zweiten iPad (beruflich) gemacht hatte, eher nicht in Frage. Für ein Arbeitsgerät fehlt beiden einfach die Tastatur. Ein Chromebook war ebenfalls in der näheren Betrachtung (letztendlich doch – noch? – zu eingeschränkt in seinen Funktionen), und sogar über ein voll ausgewachsenes Notebook dachte ich zwischendurch nach, Unhandlichkeit hin oder her.

Machen wir es kurz: Letztendlich wurde es doch ein Tablet. Sort of.

Vor zwei Wochen habe ich Galaxy und Dell über eBay vertickt und mir einen Asus EeePad Slider SL101 (was waren das noch für Zeiten, als Produkte einfach „Opel Kadett“ oder noch einfacher „Telefon“ hießen!) ins Haus geholt: ein Tablet, bis man es auseinanderfaltet und darunter eine Tastatur herausholt. Ein Hybride also.

  • Android (also irgendwie Linux, jedenfalls im Kernel) – check.
  • tragbar – check. Immerhin noch unter 1kg.
  • Web- und app-orientiert – check.
  • Akkulaufzeit – check. Super.
  • Honeycomb mit Updates – check. Gekauft hatte ich den Asus mit Android 3.1, inzwischen habe ich nach zwei Updates Android 3.2.1 drauf.

Die Tastaturknöppe sind etwas kleiner und etwas weniger leicht zu treffen als auf Notebook oder Desktop-Keyboard, aber gegenüber dem On-Screen-Keyboard – das es für die zusammengefalteten Zeiten des Tages natürlich auch gibt – bietet die Tastatur ungleich viel mehr Schreibkomfort.

Was fehlt – oder auch nicht wirklich – ist ein Touchpad. Also eins in der Tastatur, denn der ganze Bildschirm ist ja ein einziges Touchpad. Und es ist schon ein wenig verwirrend, eine Mail auf der Tastatur zu schreiben und durch einen Patsch auf den Bildschirm abzuschicken. Ich kam mir gelegentlich wie bei der Arbeit mit einer Restaurantkasse vor.

Und so benimmt sich Android 3.2 auf dem SL101:

Die Oberfläche reagiert nicht immer ganz so flüssig wie die eines iPad, aber immer flüssig genug. Dem iPad voraus hat der SL101 (und alle anderen Android-Tablets der neueren Generation) die Fähigkeit des Multitasking – und Widgets! Widgets!! (OK, ich habe manchmal seltsame Vorlieben…)

Der Slider hat nur WLAN-Verbindungen an Bord, was aber nicht weiter stört, da ich ein UMTS-Bonbon (Amazon-Partnerlink, genauso wie der zum Slider weiter oben) von Huawei mein eigen nenne, das ganz annehmbare Download-Geschwindigkeiten bietet.

Ein Tablet gehört naturgemäß (?) mehr in die Handy- als in die Welt ausgewachsener Computer. Es kennt nur einen Benutzer, es kennt, solange man es nicht rootet, nur eingeschränkten Eingriff ins System, und es kennt Apps anstelle ausgewachsener Programme. Das hatte mich lange nachdenken lassen, lange genug, um festzustellen, dass ich auf meinem Netbook neben Browser, Mailprogramm und Twitter-Client nur noch sehr gelegentlich eine Textverarbeitung, einen Texteditor, den GIMP und ein FTP-Programm nutze. Mit Ausnahme (der Fotobearbeitung) GIMP gibt es all das inzwischen auf App-Größe, und zum Lesen und Bearbeiten von Dokumenten reicht es allemal. Bildbearbeitung mache ich auf dem Asus künftig wahrscheinlich online, und Video- und Audio- Bearbeitung  finden für mich sowieso zuhause (und im Sender, versteht sich) statt. Drucken? Ähm… Habe ich, ehrlich gesagt, nicht ausprobiert. Hatte ich mit dem Netbook auch nie gemacht.

Fazit? Das Asus Eee Pad Slider SL101 (technische Daten) ist dicker und schwerer als das iPad, was für Tragfaule wie mich ein Killer-Argument sein könnte. Dicke und Gewicht gehen aber auf das Keyboard und den Klappmechanismus zurück, die für mich das Killer-Argument für den Asus, gegen das iPad sind.

Und ein Hingucker ist der Slider bei den Kollegen bis jetzt auch noch. Zuverlässig.

13 Gedanken zu „Der Hybride“

  1. Immer wieder schön, Deine Tests! Und jetzt habe ich nach 10 Jahren mal Deine Stimme gehört: Überraschend tief, aber angenehm.

  2. Ist zwar jetzt OT, aber egal: Die Restaurantkasse in Verbindung mit all dem Ge“arrrgh“e rund um die Piraten ließ irgendwie die Erinnerung daran wieder hervorblubbern: Horrortrip bei Feinkost Zipp, Radiocomedy-Klassiker vom SWR:
    http://bit.ly/uV72r1
    Falls sich das einer anhört: Werden Audiofiles vom langen lagern so schlecht?

    • Zwischen 1983 und 1986 habe ich selbst bei Feinkost Zipp eingekauft. Bzw. bei dem Laden am Fuße des Fremersbergs in Baden-Baden, bei dem die (damals) SWF3-Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit ihr Frühstück kauften. Moggäään.

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