Am Bahnsteig

Denkpause, beendet

Am 10. März schrieb ich (und glaubte fest daran, dass es auch stimmt, was ich da schreibe):

’n Tach auch. Schön, dass Sie hier vorbeischauen. An dieser Stelle im Netz fand in den letzten Jahren mein Weblog statt, mal mit Begeisterung, mal eher aus Gewohnheit, gelegentlich auch, ich gebe es zu, mit einem gewissen Überdruss. Und immer wieder, auch in den Phasen der Begeisterung und schon gleich 20 Jahre nach dem ersten Blogeintrag (damals noch unter anderem Domainnamen), stand die eine Frage unbeantwortet in den Kulissen:

Ist das Führen eines privaten Weblogs nicht ein wenig aus der Zeit gefallen?

Das Netz, und auch das Leben im Netz, hat sich verändert seit dem Jahr 2000. Weblogs haben sich, nicht immer zu ihrem Vorteil, professionalisiert; Social-Media-Plattformen sind gekommen (und manche auch wieder gegangen) und haben den politischen und gesellschaftlichen Diskurs – nein, sie haben ihn, alles in allem, eben nicht verbessert, wie wir es in den frühen Jahren gehofft und erwartet hatten.

Auf das Publizieren im Netz, auf die Teilhabe am Diskurs kann und will ich nicht verzichten – so sehr mir Inhalte und Umgangston gelegentlich auf die Nerven gehen. Ich denke seit Wochen darüber nach, welche Art der Teilhabe sinnvoll ist – möglicherweise sinnvoller als das Führen eines Weblogs, durch dessen Ecken die Staubmäuse rollen. Zu einem Ergebnis bin ich bis jetzt noch nicht gekommen.

Vorerst bleiben diese Seiten im Netz. Die Einträge der letzten knappen drei Jahre finden Sie hier. Meine Äußerungen für die kurze Aufmerksamkeitsspanne (ja, auch meine!) finden Sie bei Twitter, der für solche Dinge geeigneten Plattform. Und dann sehen wir weiter.

Und jetzt schreibe ich:

Sieben Monate nachgedacht, und zu keinem weiterführenden Ergebnis gekommen. Was eigentlich hinter der Denkpause stand: die Idee, mündlich statt schriftlich weiterzumachen (Stichwort: Podcast), oder lieber in Kurzform (Stichwort: Twitter) (??), oder mehr community oriented (Stichwort: ich, der Sozialphobiker – ha!!), oder was?

Ergebnis der sieben Monate: Gut, dass ich meine Ecke im Netz nicht aufgegeben habe; wer weiss, wozu sie noch gut sein wird. Die Besinnungsaufsätze, mit denen ich an dieser Stelle drei Jahre lang allen Beteiligten (incl. mir selbst) auf den Wecker gefallen bin, werden nicht mehr Daseinszweck und alleinige Form dieses Weblogs sein. Stattdessen werde ich auch mal kurz angebunden sein, oder technikverliebt, oder was auch immer. Und solche Sachen wie das Fediverse lassen sich – wenn es mich ankommt – mit einer Maschine unter der Haube eben auch besser umsetzen als mit statischen Seiten.

Jo. Das war’s eigentlich, was ich hier sagen wollte.

Nachtrag:

Und kaum habe ich das hier abgesetzt, kommt noch einer aus seiner Denkpause zurück. Nicht, dass mir das noch zum Trend wird!

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