Dem ein‘ sin Uhl…

Es gab eine Zeit, da war ein gewisser Hans-Peter Uhl unter anderem dafür zuständig, dass ich zusammen mit einskommadings Millionen anderer Münchner einen ordnungsgemäßen Personalausweis hatte. Ich war damals in München gemeldet, und Uhl war Kreisverwaltungsreferent der Stadt.

Das waren gute Zeiten. Ich glaubte noch an das Gute im Menschen (und hatte einen von Uhl verantworteten Perso), und Uhl saß arbeitend am Schreibtisch, anstatt sich in fast schon verzweifelter Art lächerlich zu machen:

Es ist Herrn Uhl kein Vorwurf zu machen, dass er vom Netz, von der dort herrschenden Sicherheit und von gewissen technischen Grundlagen keine Ahnung hat. Ich habe keine Ahnung von den Feinheiten der diversen Euro-Rettungsschirme und fühle mich doch als vollwertiger Mensch. Ich stelle mich allerdings auch nicht hin und halte Reden zu einem Thema, von dem ich nichts verstehe.

Herrn Uhl ist schon eher vorzuwerfen, dass er – wenn auch nicht sonderlich geschickt – um das eigentliche Problem herumnebelt: dass nämlich der Staatstrojaner mehr kann als das Gesetz erlaubt, und dass die Anwender in Bund und Ländern keinen Schimmer haben, was für ein Stück Software sie da in der Hand haben.

Schlussendlich aber ist Herrn Uhl schwerst vorzuwerfen, wie schlecht, durchsichtig, unsouverän… aber was mache ich mir Gedanken über die Qualität von CSU-Rednern?

Herrn Uhl ist aber eins hoch anzurechnen. Er hat mich mit seiner – nochmal: eher schwachen und nur sehr mäßig komischen – Rede daran erinnert, dass die Internetnichtversteher immer noch wild entschlossen sind, das Internet nach den Regeln der Bahnsteigkarte zu verwalten. Und dass ich das unabdingbare Recht habe und – auch als Nicht-Pirat, Nicht-Verbrecher und Nicht-Terrorist – verdammt gut darauf vorbereitet sein sollte, wirklich sensitive Daten, auch im Mailverkehr, zu verschlüsseln. Ich hatte das Konzept in all seiner Verstaubtheit in den Zeiten der post privacy ja schon fast abgeschrieben; jetzt werde ich meine Mail wieder verstärkt mit PGP-Signaturen und so’n Zeugs verzieren, bis ich doch noch einen von den Vorteilen nicht allgemein lesbarer Daten überzeugt habe.

Für Interessenten: Mein zum heutigen Tage frisch angelegter öffentlicher PGP-Schlüssel findet sich hier.