Dear Mr President,

…und wenn wir schon mal dabei sind: Dear Prime Minister (aber dazu später),

mir und vielen Anderen ist klar, dass Hoffnung etwas sehr Zerbrechliches ist, und dass Wahlversprechen… nun ja, eben Wahlversprechen sind.

Aber irgendwie hatten ich und viele Andere geglaubt, dass es nach den bleiernen Jahren von Bush jr. nur noch besser werden könne. Nun ja, haben wir uns eben geirrt – Sie ja schließlich auch, als Sie glaubten, mit einem harten politischen Kurs zumindest einige republikanisch denkende fühlende Landsleute auf Ihre Seite ziehen zu können (und dabei Borniertheit und Rassismus ein klein wenig unterschätzten). Dumm gelaufen. Aber was kann man als mächtigster Politiker der Welt schon bewirken?

Geschenkt. Aber was Sie der Welt seit Beginn der Veröffentlichungen von Guardian, WashPost und anderen zumuten, Mr. President – nämlich politisches Sandförmchenschmeißen in Sachen Snowden und pure, brutale Einschüchterungsjustiz im Falle Bradley Manning (erzählen Sie uns nichts von der Unabhängigkeit der Justiz, Mr. President, es ist schon peinlich genug!), ist einer der größten Demokratien der Welt schlicht unwürdig. Es ist bullying in Reinkultur.

Und Sie, Prime Minister…

Mit dem Respekt für Sie war es, älteste existierende Demokratie hin oder her, immer schon so eine Sache. Aber mit der Nummer mit dem Besuch der Schlapphüte beim Guardian haben Sie nicht nur gezeigt, dass Sie ein ebenso schöner großer bully sein können wollen wie der Kollege in Washington, sondern darüber hinaus sich und die ganze Branche zum Horst gemacht, weil Sie so gar keine Ahnung von zeitgemäßer Datenhaltung – und damit auch nachrichtendienstlichen Grundregeln – bewiesen haben.

Wenn es nicht gerade um Demokratie, Grund- und Menschenrechte der einzelnen und der vielen ginge, meine Herren, wäre es nur noch lächerlich. Meinen Respekt haben Sie restlos verloren, Mr. President, und Sie sowieso, Prime Minister.

1 Gedanke zu „Dear Mr President,“

  1. Tripelplusgut!

    But I guess you will have to deliver a proper translation of „to make a Horst of oneself“ 😉 because the anglo-saxon world tends to know only one language.

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