Das zweite Gesicht

Erstens: On the Internet, nobody knows you’re a dog.

Zweitens: Second Life is the new Gravatar. Or actually, it is pretty old by now.

Drittens: Salon-Techblogger Machinist greift Gedankengänge von Judith Donath, Professorin am Media Lab des MIT, auf, die sich mit der Verlässlichkeit von sozialer Interaktion im Zeitalter von SL beschäftigen. So erwähnt Donath die jahrtausendealte (und immer wieder widerlegte) Annahme, dass offener Augenkontakt ein Zeichen für ehrliche Absichten des Gegenübers ist.

But computers can give us eye contact without any level of engagement; your Second Life avatar may be programmed to look directly at another avatar you’re talking to, but you may actually be paying attention to something else — another avatar, your cat, the TV.

Das ist die eine Sache. Die andere bezieht sich auf den ersten (Ab)Satz dieses Eintrags. Natürlich nimmt kein SL-User, der seine sieben Zwetschgen noch beisammen hat (ein Widerspruch in sich), ernsthaft an, sein neuer Bekannter habe tatsächlich ein Fuchsgesicht und einen buschigen Schweif (no offense – ich habe in meinen drei Besuchen in SL auch so ausgesehen!). Aber, so Donath, SL-Avatare sind nur ein Beispiel dafür, wie man jahrtausendealte (und, wie erwähnt, oft missbrauchte) Mechanismen zur Beurteilung des Gegenübers immer leichter aushebeln kann.

Auf der anderen Seite erinnere ich mich an den Satz, den ich in meinen Zeiten als Radiomoderator immer wieder, und oft mit kaum verhülltem enttäuschten Unterton, gehört habe: „Ach, soo sehen Sie also aus…“

Ein alter Hut also. Aber gut, mal wieder daran erinnert zu werden.

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