Das Nicht-Duell

Es ist ein Fest.

Es – also das zu Unrecht mit Spannung erwartete Fernsehduell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier – ist vor allem ein Fest für die, die es angerichtet haben (also ARDZDFRTLSAT1), und die jetzt mit unterschiedlichen Mitteln (Talkgästen, Demoskopen etc.) versuchen, auch noch den Rest eines sonst recht harmonischen Wochenendes, äh… zu dominieren.

Der Gewinn für die Demokratie und ihre Teilnehmer dagegen hält sich in engen Grenzen. Das hat mehrere Gründe:

  1. Zwei, die vier Jahre lang mehr oder weniger gezwungen eng zusammengearbeitet haben, können nur schwer grundsätzliche Unterschiede in ihren Auffassungen simulieren, ohne ihre Arbeit der letzten Jahren komplett zu relativieren.
  2. Merkel und Steinmeier sind nun mal keine Charismatiker. Punkt. Und die Obersympathen sind beide auch nicht – müssen sie in ihrem Job auch nicht sein, hätte aber im Duell vielleicht geholfen.
  3. Das TV-Duell als Format der politischen Meinungs- und Willensbildung mag in einer Demokratie wie der US-amerikanischen, wo Persönlichkeiten statt Parteien zur Wahl stehen, funktionieren (obwohl ich auch das bezweifele), hier funktioniert es nicht.
  4. Viele Moderatoren verderben den Brei.

Und damit weiter im ausgedruckten Programm.