Connected

Seufz. Ich kenne mich doch zu gut. Erst am 17. Februar äußerte ich mich wie folgt:

„Je entschiedener ich gegen einen Dienst, eine Site oder eine Software wettere, desto schneller finde ich mich unter deren Nutzern wieder.“

Und natürlich hatte ich dabei im Sinn, was ich am 12. Februar an dieser Stelle unter der Überschrift Herdentrieb über den unguten, datensammelkrakenhaften (gibt es dieses Wort überhaupt?) Charakter von social networks im Allgemeinen und der langsam modisch werdenden Integration derselben auf privaten Seiten im Besonderen von mir gab:

Klar, Google ist die böse Datenkrake, und wir aufrechten informationellen Selbstbestimmer müssen alle Daten vor der Krake schützen. Nur dass ausgerechnet bluelectric.org sicher nicht Googles Hauptdatenquelle werden würde, und dass es dazu ohnehin zu spät ist. Stattdessen haben wir es bei Google-Diensten mit Produkten zu tun, die so eng mit Technik und Geist des Netzes im Jahr 2009 verbunden sind, dass sie nahezu als Synonyme dastehen können.

Am 12. Februar also flog Google Friend Connect nach dem Einbau („mal sehen, ob es geht“) und fünf Minuten Betrieb („jepp, klappt“) wieder von der Seite. Wenig später verlor Facebooks Gegenkonzept jede Chance, statt Google hier aufzutauchen, als ich meinen Account nach dem Nutzungsbedingungs-Brouhaha endgültig kündigte.

Und jetzt? Siehe unten, am unteren Rand der Seite.

Da issie wieder, die angeblich social bar.

Das Netz entwickelt sich zum sozialen Netz neben dem, das wir im Real Life™ haben. Soziale Funktionen und community-Gemache spielen zunehmend eine Rolle; wir vernetzen nicht nur uns, sondern auch die Dienste, die wir nutzen – inklusive des eigenen Weblogs. RSS-Feeds haben schon vor langer Zeit den Anfang gemacht, Lifestreams sind eine andere Ausprägung dieses Trends. Und jetzt also communities.

Mir wäre nur eben eine (relativ) selbstgehostete Sozialnetzvariante lieber, vielleicht analog (pfui, was für ein Wort!) zu der hinter der offeneren Twitter-Variante identi.ca stehenden Idee der verteilten, aber vernetzten Server. Gibts nicht? Gibts nicht!

Eine Sache war es, die mich davon überzeugt hat, noch einen Versuch mit dieser Art von sozialer Vernetzung zu wagen: GFC erlaubt inzwischen auch die Anmeldung bei einer Seite mit einem OpenID-Account; war sich über GFC hier anmelden will, braucht also nicht unbedingt einen Google-Account. And that’s a good thing.

Was Sie am unteren Rand sehen, ist ein Versuch. Mal sehen, wohin er führt. Wenn jetzt die Leserzahlen sinken und die Feed-Abo-Zahlen steigen, weiß ich, dass Ihr Misstrauen gegen Google zu groß ist, um den Versuch mitzumachen. Alles andere wird die Zeit zeigen.