Check-In

Weil sich gerade jemand Gedanken über location services macht…

schaut man sich aber die neueren dienste rund um location – foursquare, gowalla, brightkite, facebook places, usw. – an, dann ist deren entwicklung nicht davon getrieben, dieses eventuell sehr nützliche zu entdecken, sondern ausschliesslich davon, so schnell wie möglich soviele user wie möglich heranzukarren (die chance zum fundierenden viral loop gibts nur einmal, die zweiten fressen die hunde).

…zeige ich mich ebenfalls fasziniert über diese Spiel-Art des Netzes in unseren Tagen – fasziniert in dem Sinne, dass ich die Sache spannend finde, ohne ihren Nutzen wirklich zu erkennen. Ich war einer der ersten tausend Nutzer von plazes.com (dreistellige Nutzer-ID, Baby!), als das noch ein kleines deutsches Start-Up war und nicht Nokia gehörte; ich fand Brightkite ganz toll, bis deren Android-App mich wegen kompletter Funktionsunfähigkeit verscheuchte, und ich gebe einer handverlesenen Auswahl von Menschen (nun ja, vielleicht kenne ich auch nicht mehr als eine Handvoll) auch heute via Google Latitude bekannt, wo ich bin. Die Sache soll sogar schon zu spontanen Treffen geführt haben.

All die anderen, spielerischeren (wenn der Komparativ an dieser Stelle erlaubt ist) Varianten wie Foursquare, Gowalla etc. betrachte ich dagegen mit einem Blick, der dem meines Katers ähnlich ist, wenn er mein Tun wieder einmal so gar nicht verstehen will. Die gerne bei Facebook hingeschmissenen Verlautbarungen, wer jetzt Bürgermeister welcher Frittenbude geworden ist, erfüllen mich mit Staunen.

Dabei ist es gar nicht mal der InDULa (In Diesem Unseren Lande™) bei sonstiger Ratlosigkeit gerne genommene Datenschutzaspekt, der mich grübeln lässt – mich stört wie den Autor des oben verlinkten und zitierten Artikels eher der spielerische Selbstzweck, der nur unzureichend die Gier nach User-Registrierungen ohne wirklichen Mehrwert übertüncht (soweit Selbstzwecke tünchen können…). Oder anders ausgedrückt: Der ganze Location-Kram birgt eine Menge Potenzial. Wird Zeit, dass das mal jemand freilegt und nutzt.

Dabei gibt es durchaus eine location-based Aufgabe, die ich nur zu gerne umgesetzt wüsste: das Auffinden eines von der Lebensgefährtin/dem Lebensgefährten geparkten Autos im Großstadtdschungel. Dazu brauchte das Auto jedoch sein eigenes Handy mit eigenem Google-Account.

Soweit kommt’s noch. Es kann nicht mehr lange dauern.