Chandler

Vor dem Urlaub, für den Urlaub, habe ich mir Dreaming in Code von Scott Rosenberg gekauft. Im Urlaub habe ich das Buch nicht gelesen, weil es sich an einem anderen Ort (=zuhause) als ich (=Venedig) befand: ich hatte schlicht vergessen, es einzupacken. Dann also jetzt: Die Geschichte eines Open Source-Projektes für einen PIM, einen Personal Information Manager, also so’n Dings, das einem das Arbeitsleben leichter machen soll, indem es Termine, Adresse, Notizen, Mails etc. in einer Oberfläche zusammenfasst.

Das ehrgeizige Ziel des Projektes war, das in einer auch von Microsoft Exchange oder Lotus Notes nicht gekannten Art transparent und flexibel zu schaffen. Der Name des Projektes: Chandler (nach Raymond Chandler, nicht nach Chandler Bing).

Derzeit bin ich auf Seite 163 (der gebundenen Ausgabe – die Website zum Buch findet sich hier), wir befinden uns im Jahr 2003, und es sieht gar nicht gut aus für Chandler: Zwei Jahre nach Start des Projektes ist man erst bei Version 0.2, und die Macher flehen im offiziellen Blog die potenziellen User an, das Ding nicht herunterzuladen, weil es weniger könne als Version 0.1.

Weiß der Geier, was mich geritten hat, Chandler in der (englischen) Wikipedia nachzuschlagen – noch dazu mitten in der Nacht, wo ich doch eigentlich schlafen sollte. Jedenfalls war meine Überraschung groß, als ich feststellte: Chandler gibt es wirklich – vielleicht ein wenig später als geplant, und auch noch nicht so weit, wie es hätte gedeihen sollte, aber doch: zum Herunterladen, Ausprobieren, Ärgern, Freuen.

Als immer wieder GTD-fixierten Menschen interessiert mich eine plattformübergreifende Mail/Notes/Kalender-Lösung mit web-basiertem Backup/Datenaustausch natürlich gewaltig. Aber der Testbericht über Chandler muss noch ein wenig warten; erstens habe ich meine GTD-Tools schon und muss die Zeit erst finden, meine Arbeitsweise zumindest testhalber an Chandler anzupassen, und zweitens ist mir nach den ersten Versuchsklicks schon klar, warum es so lange gedauert hat, Chandler zur Version 1.0 weiterzuentwickeln: Das Ding ist scheißkompliziert, wenn man es sich nicht Punkt für Punkt anguckt. Und drittens muss ich jetzt wirklich schlafen; um halb neun wartet ein Arbeitstag auf mich.

Stay tuned.

Via web von Bluelectric ePost