Browsergesang

Es war zu Beginn des Jahrtausends (obacht, Opa erzählt vom Krieg Internet!), ich war Weblog-Frischling, gerade gewaltig enttäuscht von Netscape 6 und spielte mit Linux herum. Unter anderem deshalb kam für mich Internet Explorer in der damals amtierenden Version 5 nicht in Frage, und ich gab Geld aus für einen Browser. Geld! Browser! Aus!

Es war nicht zu fassen.

Damals begann eine on and off relationship mit dem Norwegerbrowser Opera. Ich zahlte gerne an die 30 Dollaren dafür, dass ich keine Werbung im Browser sehen musste (also im Browser selbst, Werbung auf den angezeigten Seiten war damit natürlich nicht abgedeckt), war fasziniert von dem ganz anderen und irgendwie rätselhaften eingebauten Mail-Client, fand die CSS-Unterstützung des Browsers, ähm, wechselhaft (mal besser als die der anderen, mal nicht), begeisterte mich für die Geschwindigkeit des Browsers, neuartige Ideen wie tabbed browsing, thumbnail-Ansichten und noch vieles mehr.

Hilfreich war, dass es Opera für alle Plattformen gab, die ich nutzte, ob freiwillig oder nicht, von Windows über Linux, OSX bis zu Opera Mini, einer proxy-basierten Version für so ziemlich jedes netztaugliche Handy.

Schön war’s.

Heute ist Opera 10 erschienen. Pflichtgemäß habe ich es heruntergeladen, installiert, einmal aufgemacht und wieder zugemacht. Zumindest unter OSX ist Opera nicht mehr der schnellste von allen Browsern, Safari und sogar der Feuerfuchs sind schneller. Und einige der in letzter Zeit versprochenen Neuerungen wie Opera Unite oder eine neue JavaScript-Maschine fehlen sogar ganz. Bleibt: ein Browser.

Sowas habe ich aber schon.