Boykottiert nur, boykottiert nur

Verwirrendes Symbolbild

(Photo: S. WilsonCC-Lizenz)

Wen man nach Amazon und PayPal wg. geschäftlich korrekten, aber politisch als unkorrekt empfundenen Verhaltens noch so alles boykottieren könnte:

Das Lesen insgesamt – denn wer profitiert denn, wenn auch weniger als erhofft, von Amazon als Vertriebskanal? Jeden Webdienst, der sich noch nicht öffentlichkeitswirksam empört von PayPal losgesagt hat? Das Finanzamt, denn was wird nicht alles mit unseren Geldern bezahlt? Die Fahndung nach Mr. Assange, sollte er sich gerade in Deutschland aufhalten, beispielsweise? Den Kontinent Amerika, denn von dort kommt ja eh nur Murks und Coca-Cola?

Ja. Sollen sie. Es zwingt sie ja keiner, Kunde bei Amazon, PayPal & Co zu sein.

Sie zwingen umgekehrt kommerzielle Unternehmen mit ihrem Verhalten (man nennt es „die Aigner machen“) schließlich nicht dazu, einen Job zu erledigen, der nicht der ihre ist. Denn für Transparenz und Meinungsfreiheit haben nicht Amazon und PayPal zu sorgen, wie Dave Winer richtig beobachtet. Dafür – und noch für ein paar andere Dinge – haben komischerweise Regierungen zu sorgen, und wenn sie es nicht tun, hat man als Gutmensch wenigstens in Demokratien die Möglichkeit, seinen Unmut darüber zu äußern (aber leider nicht mit dem bereits erwähnten Boykott des Finanzamtes).

Nicht, dass das nun zuverlässig viel brächte.