bluelectric Street View Folge 8

Back to back mit Folge 7 der Serie bluelectric Street View möchte ich all den Verteidigern der Privatsphäre des öffentlichen Raumes und Nichtwahrhabenwollern des Rechtsgedankens der Panoramafreiheit eine Warnung mitgeben:

Sie sind überall.

Das nebenstehende Bild des Kindermuseums Labyrinth im Berliner Stadtteil Wedding inclusive dienstagmorgendlichem Berufsverkehr, entstanden vor etwa einer halben Stunde, steht wie immer unter einer CC-Lizenz und darf unter Beachtung der Lizenzbestimmungen (Verwendung nur mit Namensnennung, im nichtkommerziellen Einsatz und bei der Möglichkeit der Weitergabe unter den gleichen Bedingungen) auf beliebigen Webseiten eingebunden werden. Noch schöner, um einen bekannten Neuköllner Großblogger und Geburtstagskind zu zitieren, wäre natürlich, wenn neben ihm (dem Großblogger) auch andere ihre persönliche Street View aufzögen.

Jetzt aber zur oben ausgesprochenen Warnung. Vertreter der organisierten Politik, die sich die Privatsphäre des öffentlichen Raumes zum Thema gemacht haben, warnen in diesem Zusammenhang gerne und nahezu gebetsmühlenhaft vor dem amerikanischen Konzern Google und dessen Kamera-Autos, die in diesen Monaten durch die Straßen der Republik fahren und fotografieren, was ohnehin jeder sehen kann.

Dies allein wäre jedoch kein Problem, sind die Kamerawagen von Google doch gut zu erkennen: schwarze Kompaktwagen, die auf dem Dach einen Kameramasten tragen, von dem herab die Fotos des öffentlichen Straßenlebens geschossen werden. Vor einem derart gut sichtbaren Gegner muss sich ein Verteidiger der Privatsphäre des öffentlichen Raums nicht fürchten. Aber – sie sind überall. Wie Google selbst mitteilt, sind – ohne dass sich jemand darüber aufragt – seit Jahren Autos der Navigationssoftware-Hersteller TeleAtlas und NavTeq mit dem gleichen Auftrag unterwegs. Darüber hinaus können nicht nur freundlich-unauffällige Spaziergänger aus Neukölln zu Fuß ihre Street Views herstellen. Das oben eingestellte Bild zum Beispiel wurde aus dem hier abgebildetem knatschgelben Street View-Fahrzeug geschossen.

Man ist wirklich nirgends mehr sicher davor, auf der Straße gesehen zu werden.