bluelectric Street View, Folge 4

Rund neun Millionen Bundesbürger beiderlei Geschlechts, so berichtet SParGEL Online, sind Facebook-Mitglieder – mehr als jeder zehnte. Eine geschätzte Mehrheit davon – und damit betreten wir munter pfeifend das Reich der finstersten Spekulation – hat ihre Privatsphären-Einstellungen auf Facebook nie im Leben angeguckt, geschweige denn verändert. Und das ist das Volk, von dem das CSU-Mitglied Ilse Aigner, Bundesministerin für Verbraucherschutz und Dingens, glaubt, es verlange in großer Zahl danach, vor den Kameras von Google Street View geschützt zu werden.

Mag ja sein. Vor meinen Kameras (ja, mehrere, aber nicht gleichzeitig, sondern hintereinander, weil ich die Dinger immer kaputtkriege) fürchtet sich keiner, weshalb ich hier und jetzt die Reihe „bluelectric Street View fortsetze…

…heute mit einem Bild aus München, aufgenommen am 7. März (doch, doch!) 2006. Das abgebildete Haus war in den dreißiger und nochmals in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Zuhause einer Enkelin des Malers Arnold Böcklin. Ich veröffentliche dieses Bild, wie immer, unter dem Rechtsgedanken der Panoramafreiheit.

Was ich mir dagegen demnächst wohl sparen kann, sind die folgenden rhetorischen Fragen: Gegen welche Gesetze soll ich mit der Veröffentlichung dieser Bilder an dieser Stelle verstoßen haben? Und wessen Interessen habe ich in welcher Form mit dieser Veröffentlichung verletzt? Wer wird mich daraufhin verklagen? Ich frage trotzdem. Weil es mich interessiert.

Selbstverständlich steht auch dieses Photo unter einer CC-Lizenz und darf — den Lizenzbestimmungen gemäß — in Blogs und auf Webseiten veröffentlicht werden.