bluelectric Street View, Folge 12

Wie vor hundert Jahren: Pankow ist mit allen möglichen Verkehrsmitteln erreichbar, solange sie nicht U-Bahn heißen. Seit diesem Wochenende ist das Bauwerk im Hintergrund der heutigen bluelectric Street View ein Industriedenkmal, und das bleibt es bis zum 7. November. Warum, erklärt die zuständige BVG.

Das nebenstehende Bild zeigt, vom Eingang des dort gelegenen Einkaufszentrums aus gesehen,  den ehemaligen und zukünftigen (aber eben nicht derzeitigen) U-Bahnhof Schönhauser Allee in ungewöhnlicher Feiertagsstimmung. Ab morgen werden vor allem Busse des Schienenersatzverkehrs das Straßenbild bestimmen – hoffen zumindest alle, die in dieser Gegend Berlins mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorwärts kommen wollen.

Und mit diesem Bild bringe ich eine neue Dimension in die – in dieser Form m.W. nur von dem Großblogger aus Neukölln und yours truly am Leben gehaltene – Diskussion um die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung von Bildern aus dem öffentlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland: Ist die Veröffentlichung dieses Bildes durch die Panoramafreiheit gedeckt – wonach sich auch die Fahrer von Renault Kombis gefallen lassen müssen, dass sie beim Überfahren einer grünen Ampel geknipst werden (hey, das ist sowieso legal!), oder fällt das Bild unter die Freiheit der Berichterstattung – und sei es die über Baumaßnahmen im Berliner Norden? News you can use und so?

Darüber hinaus gebe ich – wieder zusammen mit dem Großblogger aus Neukölln – die Hoffnung nicht auf, dass auch andere ihre eigene Street View aufziehen und damit den Bundes- und vor allem den Kommunalbedenkenträgern zeigen, dass das reflexhafte Einschlagen auf große Konzerne zwar kurzfristig populistischen Erfolg zeigen mag, langfristig aber kontraproduktiv ist.