#rpTEN – Der Abend nach dem Morgen

Ganz kurz, was ich heute gelernt habe:

Ironie ist etwas, was auch das sog. Schicksal nur in Grenzen beherrscht. Dass der Vortrag zum Thema “The dark side of Digitization: what if the system doesn’t work” von einem Manager der zur Deutschen Telekom gehörenden Firma T-Systems gehalten wurde, hielt ich beim Planen meines Tages für einen Spitzenwitz, wie wahrscheinlich jeder, der sich an die Einführungsschmerzen der LKW-Maut erinnert, an der T-Systems entscheidend beteiligt war, mit der Stephan Kasulke, der Vortragende heute, allerdings nichts zu tun hatte.

Nun, das Schicksal fand die Kombi “Thema/Arbeitgeber des Vortragenden” komplett unkomisch, der Vortragende selbst auch, und was dabei herauskam, war ein vermutlich einstündiger (ich war nach 45 min. draußen) Vortrag in holprigem Englisch, der sich in einem Wort zusammenfassen hätte lassen:

“Qualitätskontrolle”. Oder meinetwegen “Qualitätsmanagement”. Darauf wäre ich auch ohne die Hilfe des Schicksals gekommen.

Die Ironie des Schicksals hat also bis auf weiteres bei mir verschissen. Weitere interessante Termine fanden entweder statt, aber keinen Platz in diesem Text, oder fanden nicht statt oder waren überfüllt und wurden durch angenehme Gespräche in den Kontakthöfen ersetzt. Gerade findet noch ein Treffen statt, an dem ich gerne teilgenommen hätte, aber mein System läuft für heute schon wieder auf Reserve. Schade. Morgen gehts wieder, und morgen gehts weiter.

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#rpTEN – Der Morgen danach (wonach?)

Sie kennen die Situation? Sie sitzen in einem Raum, in dem Interessantes ge- oder besprochen wird, Ihnen kommt gerade ein möglicherweise revolutionärer Gedanke zum Thema, da fängt irgendwo im Raum einer an zu husten. Und hört nicht mehr auf, hackt seine Lunge stückweise in die Umgebung, tut einem irgendwo auch leid, aber kann der Arsch nicht einfach mal den Raum verlassen?

Der Arsch war ich, bis ich vor etwa zehn Minuten den Kampf gegen den Hustenreiz und die weitere Teilnahme an der Veranstaltung CTRL aufgab.

We live in an era of ubiquitous surveillance. Surveillance is however seldom a goal in itself, but part of a larger scheme of socio-political domination. This talk will examine a few pieces of the puzzle leading to societal control: control of your activities via the internet, of your thoughts via the media and of your movement via border surveillance.

Eigentlich Pflichtprogramm, auch wenn ich auch hier – wie überhaupt oft auf der re:publica – den Eindruck hatte, es würde zu den bereits Bekehrten gepredigt. Aber das gehört auch zum re:publizieren (oder wie das Verb zur re:publica heißt): die Bestätigung der eigenen Meinung durch andere, möglicherweise Kompetentere.

Womit wir bei Gunter Dueck wären.

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#rpTEN – wieder was gelernt

re:publica von oben

re:publica von oben

Der erste Tag der rpTEN ist alles andere als vorbei, und doch habe ich schon was gelernt:

  • Nach der OP ist anders als vor der OP. Die letzte re:publica fand statt einen Monat, bevor ich entdeckte, dass ich bei weitem nicht so gesund bin, wie ich dachte. Die aktuelle re:publica findet zwei Wochen nach der (hoffentlich!) letzten Entlassung aus einem Krankenhaus statt, und ich stelle fest: Großveranstaltungen mit 8000 Besuchern und einem dichtgepackten Programm strengen mehr an, als ich dachte.
  • Es ist gut, einen Plan zu machen. Es ist aber auch nicht falsch, für Veranstaltungen, die vermutlich überlaufen sind, Alternativen einzuplanen. Und es ist schließlich nicht falsch, sich (s.o.) ab und zu eine Pause zum Aufladen zu erlauben. Zum Beispiel, wenn sich schon wieder mehrere hundert Leute vor einer Stage-Tür drängen und auf Einlass warten. Das überlasse ich dann den Jüngeren.
  • Arrrgh – ich habe ihn verpasst:

Weiter im Programm. Ganz ruhig, Alter, gaaanz ruhig.

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#rpTEN is on

Es gibt (mindestens) zwei Arten, eine Veranstaltung wie die rpTEN zu eröffnen. Da wäre einerseits die fröhliche, optimistische, vielleicht auch etwas sentimentale Art, wie sie die Menschen hinter der re:publica, also die, die die wirkliche Arbeit machen, zum Zehnjährigen auf die Bühne gebracht haben. Die üblichen Verdächtigen (nein, das meine ich nicht böse) von Th. Knüwer bis M. Beckedahl erinnern sich mit Tränen in den Augen (des einen oder anderen im Publikum) an die Zeiten in der Kalkscheune (ich erinnere mich an Platzangst auf der Treppe in den ersten Stock derselben), als das WLAN nicht funktionierte (ich schreibe diesen Text über UMTS, weil das WLAN, nun ja…), als jeder noch ein Blog hatte und Twitter erst noch kennenlernen musste…

Spiegeldeko auf der rpTEN

Reflektion und Selbstreferenzialität: die re:publica im 10. Jahr

Klar, das kann man so machen, Wenn ich zum zehnten Mal eine re:publica auf die Beine gestellt hätte, würde ich das auch so machen, sentimentales Tränentier, das ich bin.

Weil ich aber nicht nur das bin, bin ich sehr dankbar dafür, gerade die Keynote von Mishi Choudhary und Eben Moglen zu hören (während ich dies schreibe – die Schlusspointe war also noch nicht). Die beiden sprechen vom net we do not want (dem kommerziellen, überwachenden, analysierenden Netz), an dem wir durch unsere Mitwirkung mitbauen, und das wir, so sehr wir es selbst nicht wollen, drauf und dran sind, der noch nicht vernetzten Hälfte der Menschheit überzustülpen. (Ein Satz wie dieser kommt dabei heraus, wenn man komplizierten Sachverhalten auf englisch zuhört und gleichzeitig auf deutsch zusammenzufassen versucht.)

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