Blick nach drüben

A White House

A White House

Tscha. Da kommt also dieser Trump ins Weiße Haus, die Liberalen dieser Welt (nicht im Sinne von FDP), darunter yours truly, heulen voller Schreck, Empörung, Panik, Angst, whatever auf, ich mache kurzfristig meinen Entschluss rückgängig, das Bloggen sein zu lassen (doppelte Negation: Ich blogge also weiter) – und jetzt?

Seit sechs Wochen herrscht hier Schweigen, ja, auch, weil ich eine Ehe abzuwickeln, einen Umzug vorzubereiten (und – grusel – durchzuführen) und eine immer noch erstaunlich wackelige Gesundheit stabil zu halten habe. Vor allem aber herrscht Schweigen, weil diesem Blog rascher als geglaubt die Themen ausgingen: Dass ein inkompetenter, möglicherweise (beware of Ferndiagnosen!) psychisch nicht gesunder Mensch Präsident der US of A ist, erfährt die Welt nicht erst durch dieses Blog. Was in Washington vor sich geht und was vor allem nicht klappt in der Regierung Trump, ist nahezu täglich Nachrichtenthema. Vor allem aber stelle ich an mir eine Veränderung der Wahrnehmung fest, wie sie John Cassidy im New Yorker beschreibt:

Today, there are still plenty of reasons to be concerned about Trump and his illiberalism. The White House’s recent decision to dismantle President Obama’s clean-air regulations offers fresh testament to the malevolence of the Trump Administration’s agenda, and next week’s meeting between Trump and Xi Jinping, China’s President, will be a reminder of the enormous responsibilities that rest on a President’s shoulders. But, even among ardent Trumpophobes, fear and foreboding have been supplemented by wonderment at the White House’s string of gaffes. These days, instead of Big Brother, it often looks like the Keystone Kops are in charge.

Slapstick in the White House

Zur Erinnerung oder Weiterbildung: Die Keystone Kops waren “[…] ein Haufen chaotischer, unfähiger Polizisten […] in den von Mack Sennett produzierten stummen Slapstick-Komödien der Keystone Studios […].” Und eine solche Truppe regiert, nun ja, agiert jetzt im Weißen Haus…

Damit wir uns richtig verstehen: Das macht die Sache nicht besser. Denn einer der Whitehouse Kops hat immer noch Zugang zu den Nuklearcodes, und solange nicht Gerichte anders entscheiden, und auch solange die Republikaner im Kongress sich als unfähig zu konstruktiver Legislatur erweisen, können auch die Whitehouse Kops viel Schaden anrichten.

Aber aus Empörung und Angst zu Beginn dieser Inkarnation meines Weblogs ist Fassungslosigkeit geworden, Fassungslosigkeit der Größenordnung “Kinnlade schlägt auf Fußboden”. Daher auch die Wortlosigkeit der letzten Wochen.

Update am nächsten Morgen: Ganz ähnliche Gedanken formuliert Neil Gabler auf alternet.org: America Is Barreling Toward Political Anarchy, Not an Organized Fascist State.

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