Bitte anschnallen und die Tischchen vor Ihnen hochklappen

Von Berlin-Tempelhof (THF) nach München II (MUC) in etwas unter zwei Stunden, mit wackeligem Start, immer smoother werdendem Flug und spektakulärem Absturz in München – das ist die Bilanz meines ersten Langstreckenflugs mit dem Flugsimulator, der seit einiger Zeit in Google Earth eingebaut ist (wer ihn noch nicht gefunden hat: Strg+Alt+A unter Windows, Cmd/Apfel+Alt+A auf dem Mac).

Zwei Stunden immer an der Wand A9 lang?

Nun ja, das letzte Mal, dass ich ein echtes Flugzeug (C-172) im Griff hatte, ist mehr als 20 Jahre her; mein letzter Simulatorflug dürfte auch schon im letzten Jahrtausend zu Ende gegangen sein. Ich musste mich einfach erst wieder daran gewöhnen. Und dann bietet der Googlesche Simulator vieles nicht, was kommerzielle Simulatoren bieten: keine Navigationshilfen außer dem, was man durchs Fenster sieht, keine Instrumentenansichten, und zumindest mit der neuen iMac-Tastatur lässt sich der Flieger auch nur sehr schwer steuern. Aber nach einiger Zeit oberhalb der A9 hatte ich meine SR-22 auch mit der Maus ganz gut im Griff.

Und die Aussicht… Was GoogleFly von allen Flugsimulatoren für den Heimfliegermarkt unterscheidet, ist die Aussicht – kein Wunder bei dem Bildmaterial von Google Earth. Jeder Raststätte entlang der Autobahn habe ich zugewinkt wie einem alten Bekannten, und irgendwo da unten musste sogar H. mit unserem Auto unterwegs gewesen sein.

Der Crash? Ach ja, es gibt schon einen Grund, weshalb echte Piloten ihre Flugzeuge nicht per Maus steuern. Trotz eines guten Anflugs war es am Ende doch etwas schwierig, mit der Maus nicht etwa in Landebahnnähe herumzurudern, sondern nach wie vor in Bildschirmmitte – was zu einem dramatischen Hochziehen mit anschließendem Stall in Bodennähe führte. Der Rest war Schweigen.

Ich übe noch. Und mit zunehmender Begeisterung. Wieder einen Zeitverschwender gefunden. Es ist 1 Pracht.