Betrifft: News

Süddeutsche. taz. Tagesspiegel. Wieder Süddeutsche. Nochmal Tagesspiegel. Washington Post. Berliner Zeitung. Dazu SPIEGEL. Zeitlang auch die Woche. Stern schon lange nicht mehr (OK, beim Zahnarzt, aber widerwillig!). Dazu Fachblätter und Publikumszeitschriften, immer mindestens zwei davon pro Woche.

Im ersten Praktikum habe ich gelernt, dass Zeitunglesen für Journalisten Teil des Berufs ist. Und die ersten 25 Jahre meines Berufslebens als Journalist (obwohl: seit drei Jahren arbeite ich nur noch an IT-Projekten, aber immerhin in einem Medienbetrieb) hatte ich immer meine Hauptzeitung abonniert (s.o.), jeden Morgen im Briefkasten, im Falle der Post in der Garageneinfahrt, jeden Abend gelesen, regelmäßig entsorgt. Zusätzliche Zeitungen las ich in der Redaktion, am Bahnhof, am Flughafen. Zeitungsverbraucher, ich.

Ja, wie lange noch, eigentlich? Mal ganz abgesehen von den Millionen unschuldiger Quadratmeter Wald, die ich allein meinem Zeitungshunger opfern ließ (Quatsch, Zeitungen bestehen überwiegend aus Recyclingpapier) – ich bemerke eine Veränderung meines Nachrichtenkonsums, und nicht nur, weil ich journalistisch weniger aktiv bin – was sich, dies nur als Drohung, übrigens jederzeit rückgängig machen ließe.

Den SPIEGEL lese ich seit einem halben Jahr als PDF, was anstrengender ist als die Lektüre des Papierspiegels. Aber nach Ablauf des Jahresabos könnte es sein, dass ich den Spiegel aufgrund seines, sagen wir: veränderten Relevanzgehalts nur noch bei Bedarf, am Kiosk, kaufe, sprich: vor langen Bahnfahrten oder Flügen, oder wenn die Werbung bei SpON mich davon überzeugt.

Die Berliner Zeitung… nun ja, die lese ich quasi noch aus Nostalgie, eben weil man als Journalist eine Zeitung zu lesen hat. Und warum nicht die Berliner? An meine ehemalige Lokalzeitung (die übrigens auch mit veränderten Lesegewohnheiten zu kämpfen hat) kommt ohnehin kaum ein deutsches Blatt heran.

Der news junkie in mir verhungert aber nicht in der Zwischenzeit (hat ja auch keiner, der mich kennt, ernsthaft gedacht, wa?): Zur mehrmalstäglichen Lektüre öffne ich den Guglrieder, in dem die Netzangebote der old media einen zunehmenden Anteil einnehmen (denn Weblogs sind eben kein vollwertiger Journalismusersatz!), und konsumiere meine nach meinen thematischen Präferenzen zusammengestellte Online-Zeitung. Für die halbamtliche Grundversorgung sorgen Tagesschau und Tagesthemen, live am Abend, oder am nächsten Morgen auf iPod oder Nokia. Und Podcasts: Video mag ja the Radio Star gekillt haben (obwohl ich viel mehr die Formatheinis verdächtige, Radio so unhörbar gemacht zu haben), aber dank Podcasting höre ich jetzt wieder mehr und zufriedener Radio.

Und denke ich, wertes Publikum, deshalb daran, meinen Medienkonsum ganz vom Toten Holz zu befreien (zumal es in Berlin wirklich schwer ist, eine durchgehend lesenswerte Zeitung zu halten). Und bin damit schon wieder mal voll im Trend.

Oder nicht? („Nationale Initiative Printmedien“?? Na, denn macht mal schön…)

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