Beim zweiten Nachdenken

Denke ich doch gerade darüber nach, ob man mit dem Tiger tanzen muss, um zu wissen, wie der Tiger tickt, da hagelt es Berichte, wonach Facebook Meta die Gesichtserkennungsdaten von einer Milliarde (in Worten: 1.000.000.000!!) Menschen löschen und automatische Gesichtserkennung in den meisten Fällen künftig lieber bleiben lassen will. Die Daten hat Facebook über zehn Jahre verteilt gesammelt, und ich glaube mich zu erinnern, dass ich, damals noch Facebook-Nutzer, das eine doch irgendwie faszinierende Anwendung mehr oder weniger künstlicher Intelligenz fand. Aber hey, damals war ich noch – hatte ich es schon erwähnt? – Facebook-Nutzer, und so ein kleines wohliges Gruseln war bei der Idee immer dabei.

Das Gruseln ist inzwischen gewachsen, und von wohlig kann keine Rede mehr sein. Denn genauso, wie Google das „Don’t“ aus ihrem früheren Motto „Don’t be evil“ gestrichen zu haben scheint (nirgendwo schriftlich nachzuweisen, versteht sich), ist von Zuckerbergs Vision, alle Menschen zusammenzubringen oder so, nur das Prinzip übriggeblieben, menschliches Verhalten in allen Einzelheiten zu beobachten, analysieren, vorherzusagen und zu Geld zu machen. Angesichts der Berichte aus dem Inneren des Moloch Konzerns, die derzeit an die Öffentlichkeit kommen, könnte die Löschaktion als Versuch der Schadensbegrenzung gesehen werden. Doch selbst wenn es ein Akt der Selbsterkenntnis sein sollte: Facebook hat über Jahre hinweg persönliche Daten von Menschen (und was ist so persönlich wie das eigene Gesicht?) gesammelt und ausgewertet – in vielen Fällen, ohne vorher zu fragen.

Daraus lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Finger weg von allen Meta-Produkten, von Facebook, Instagram, WhatsApp! Es gibt immer Alternativen, auch wenn Facebook es geschafft hat, in vielen Bereichen „alternativlos“ zu wirken. Dieses Wort, auch Teil des Erbes der Kanzlerin Merkel (die sonst mit dieser Sache nichts zu tun hat, weil „Neuland“), trifft einfach nicht zu. Auf Facebook schon gar nicht.

Also: Finger weg!