Beck, nochmal!

Ich habe jeden Grund, Statistiken zu misstrauen. Mein Statistik II-Schein ist der schlagende Beweis dafür, dass Statistik nicht… aber lassen wir das. Und da kommt die Berliner Zeitung heute (OK, ich könnte die Zeitung vom Donnerstag auch früher lesen, nicht erst um Viertel vor Freitag) mit einem ganzen Artikel voller Ergebnisse von Meinungsumfragen. Wenn es dabei nicht ausgerechnet um die Lage der SPD Indula (IN Diesem Unseren LAnde) ginge, hätte ich demonstrativ weggeguckt – s.o.

Die Aussicht der SPD auf Wahlsiege ist noch einmal dramatisch gesunken. In keinem der 16 Bundesländer wäre die SPD noch stärkste Kraft, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. In 14 Ländern würden die Sozialdemokraten laut der jüngsten Forsa-Umfrage von der Union überholt, in Brandenburg und Sachsen-Anhalt von der Linkspartei…

…schreibt Damir Fras und erläutert dann das ganze Elend der deutschen Sozialdemokratie.

Ich hasse es, Recht zu behalten (gar nicht wahr: ich genieße es geradezu), aber irgendwie fühle ich mich in einer kurzen und aus der Hüfte abgefeuerten Polemik bestätigt: Die SPD schafft es doch immer wieder, ihre geheime Regierungsunwilligkeit auszuleben – im konkreten Fall mit Hilfe ihres ungeklärten Verhältnisses zu der Partei, die sich Die Linke nennt.

Ich weiß, man könnte es auch gelebte Demokratie nennen (und viele Spezialdemokraten im Herzen werden es auch tun), einen derart schmerzhaften Prozeß in aller Öffentlichkeit zu durchleben. Man könnte aber auch einmal, ein einziges Mal, über den Tellerrand des eigenen Parteibuchs (aua, ein Bild!) hinausgucken, betrübt feststellen, dass man in einem derzeit eher konservativ gestimmten Land lebt und dann ohne jede Mühe darauf kommen, dass eine derartige Diskussion beim Wahlvolk nur dann mehrheitlich positiv vermerkt wird, wenn an ihrem Ende eine Entscheidung gegen die Partei von Lafontaine und Gysi steht.

Und jetzt steht die SPD da mit ihren 20+ Prozent, braucht demnächst einen Kanzlerkandidaten ungefähr so dringend wie die FDP und hat nur die sprechende Hecke, weil sich kein anderer mehr für diesen Job findet.

So leicht sollten die Sozis Frau M. die Wiederwahl nun auch wieder nicht machen, wollen sie meine Hochachtung nicht komplett verspielen.

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