Ausgebastelt

Am vergangenen Samstag war es soweit, ich stellte Warnschilder auf und sicherte die Baustelle ab. Der Plan stand fest (Blogfragmente aus den letzten Jahrzehnten importieren, neuen Lack aufs Blog), und dann gings los – wie leidgeprüfte Twitternutzer nur zu schnell feststellen mussten. Weil das Twitter-Plugin, das ich leider auszuschalten vergessen hatte, sich wichtig machen musste („Herr Lehrer, ich weiß was!“, schnipp, schnipp), trötete es jeden frisch importierten Uralteintrag als neu hinaus, bis Twitter am ersten Abend nach 300 Tweets innerhalb kürzester Zeit die Reißleine zog und mich bzw. das Plugin für den Rest des Tages sperrte. Leider gab es am Montag nochmal rund 60 Uralteinträge zu importieren… Erste Folge: Das Twitter-Plugin ist nicht nur abgeschaltet, sondern gleich gelöscht; für den einen Tweet pro Tag kann ich mich gerade noch selber bemühen und brauche kein elaboriertes, aber aufgeblasenes Plugin.

Aber auch sonst tat sich was. Das WordPress-Theme Courage hatte ich mir vor einem knappen Jahr ausgesucht, weil es ein paar verspielte Funktionen hatte. Die nutzte ich dann aber recht schnell nicht mehr, und was ich aus Courage gemacht hatte, fand ich inzwischen nur noch bunt, aber nicht mehr schön. Ich suchte was Sachlicheres, Nüchternes, eher den derzeitigen Morgennebeln entsprechend als den wilden siebziger Jahren, und fand es in GeneratePress. Wie ein nüchternes Weblog damit aussieht, sehen Sie hier (wenn Sie nicht gerade im Feedreader mitlesen). Nun ja, nüchtern: Natürlich musste ich jedem dieser Container per CSS erst einmal einen drop shadow verpassen. Diese Schattenwürfe sind so meine heimliche Leidenschaft; weil sie aber seit ungefähr hundertunddrei Jahren aus der Mode sind, sind sie wieder weg.

Was ich aber wirklich und mit Freude mitgenommen habe: In früheren Jahren mit WordPress hatte ich mir gelegentlich Mut angetrunken und mit meinen beschränkten PHP-Kenntnissen kleine Funktionen hinzugebastelt, die WordPress auch per Plugin nicht mitbrachte. Dazu legte man sich in diesen früheren Jahren sicherheitshalber ein sog. child theme zum verwendeten Theme an und schrieb in dessen funktions.php-Datei herum.

Nun hatte ich aber gelesen (kein Link, weil vergessen, wo), dass Kinderthemen mit dem bervostehenden Übergang zu full site editing bei WordPress nur noch die zweitbeste Lösung seien und irgendwann nicht mehr zuverlässig funktionieren würden. Umso größer meine Freude, als ich entdeckte, dass es inzwischen auch dafür ein Plugin (genauer: mehrere) gibt, mit denen man seine eigenen Ideen verwirklichen kann, ohne etwas kaputt zu machen oder beim nächsten Update überschrieben zu werden. Damit sind weiteren Basteleien keine Grenzen gesetzt. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

2 Gedanken zu „Ausgebastelt“

  1. Congratulations!
    No less than 270 (!) pages now, making them available again is quite an accomplishment.
    I’ve seen that some functions that may add to the user experience are only available in the Premium version.
    Looking at the price of the latter, I think I can live without those.

    The one thing you now need to overhaul is the ‚logo‘ (?) – K[journ]
    I think it needs a little more pizzaz.

    Speaking of fonts: I’m reading this in ‚apple system‘ which is boring in the extreme. Bland, sans serif, no personality. But quick-loading, no doubt (the reason why it’s in the font-stack). Good typography and a carefully chosen font will do this blog a world of good. Trust me.

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