Aufgewacht?

Unter dem Titel „Aufgewacht, Frau Merkel?“ versucht gerade Frank Plasberg im Ersten, den Wahlkampf zu diskutieren, analysieren, auch interessant zu machen – und alles, was zu mir (zugegeben: durch eine Nebelwand, erzeugt durch Schmerzmittel) durchdringt, ist Durcheinandergerede.

Das liegt unter anderem daran, dass die üblichen Verdächtigen eingeladen sind. Hochkarätig bedeutet nicht originell – diese Erfahrung machen jetzt auch Plasberg und seine Redaktion. Das liegt aber auch daran, dass der vergangene (Landtags-)Wahlsonntag offenbar bei keiner der in der Sendung vertretenen Parteien ein echtes Hochgefühl hinterlassen hat – die Nerven liegen im Gegenteil von Links bis FDP eher blank, der gezeigten Empfindlichkeit und dem vorgeführten Rumholzen nach zu schließen.

Und Plasberg scheint den Laden heute nicht richtig im Griff zu haben. Sie reden einfach weiter, die Lafontaines, Heils, Künasts, Westerwellen und Köche. Sie reden durcheinander, und sie reden fast schon erstaunlich unoriginell.

Nun ist Originalität an sich kein absoluter Wert, und auch mir gehen manche Wahlkampf-Ideen einer gewissen Kleinpartei that shall not be named (but most certainly linked) grenzwertig auf die Nerven (OK, Bekanntheitsgrad steigern, schon verstanden!). Aber das MP3-Verhalten eines Heil, eines Westerwelle (einmal gespeichert, beliebig oft ohne Qualitätsverlust wiedergegeben – allerdings auch ohne Qualitätsgewinn) nervt.

Gebe zu: bin heute etwas humorbefreit. Befreit hat mich der heutige Zahnarztbesuch, und jetzt kann ich nicht mehr richtig lachen. Der Wahlkampf 2009 gibt mir aber auch keinen Anlass dazu. Auch nicht mit Hilfe von Seiten Plasberg.

Schade eigentlich. Wo ist die Fernbedienung?