Aufforderung

Folgende Personen bzw. Personenkreise sollen sich jetzt bitte was schämen:

  • die baden-württembergische SPD, weil sie ihre Spitzenkandidatin in der gerade abgelaufenen Landtagswahl Ute Vogt als „frisch“, „unverbraucht“ und überhaupt „erfrischend anders“ vermarktet hat
  • die bundesdeutsche Presse (und da beziehe ich bis zum Beweis des Gegenteils auch die elektronischen Medien mit ein), weil sie diesen Wahlkampfscheiss ernst genommen und Frau Vogt entsprechend vorab gefeiert hat
  • die Wählerinnen und Wähler von Frau Vogt, die diese Kampagne geglaubt und Frau Vogt deshalb ihre Stimme gegeben haben (sozialdemokratische Überzeugungswähler seien hier ausnahmsweise und ausdrücklich ausgenommen)
  • Ute Vogt.

Begründung: Frau Vogt ist zwar erwiesenermassen jünger als Erwin Teufel, gehört einer anderen Partei und sieht selbst für Nicht-Sexisten hübscher aus. Ihr Dankesgeblubber im Fernsehen jedoch („Zuerst möchte ich mich bei denen bedanken, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, dann möchte ich meinem Gegenkandidaten zu seinem Wahlsieg gratulieren, und inzwischen habe ich Ihre Frage leider vergessen, aber das macht auch nix, denn es hört ja wohl sowieso keiner hin bei diesen Interviews, gell?“ – Nein, hat sie nicht ganz so gesagt, habe ich aber so gehört) – ihr Dankesgeblubber hat sie jedoch verraten: Sie gehört wie alle anderen zu der Kaste der Berufspolitiker, die sich durch formelhafte Reden, falsch verstandene Staatsmännischkeit (nein, Frau Vogt, eine weibliche Form haben Sie nicht verdient!) und eklatante Phantasielosigkeit auszeichnet.

Warum ich so sauer bin? Weil ich durch die Berichterstattung vor der Wahl doch tatsächlich auf die verschrobene Idee gekommen war, hier träte wirklich eine Vertreterin eines neuen Politiktypus an.

Auf was für blöde Ideen man so fern der Heimat kommt…